m
24.06.2008Übermensch
Nachrichten über die Verbesserung, Erweiterung und Ablösung des Menschen

Britische Forscher haben bereits 270 Mensch-Tier-Embryonen erzeugt.

Die Herstellung von hybriden Embryos zur Gewinnung von Stammzellen habe sich einfacher als erwartet erwiesen..

  • drucken
  • versenden

Im Mai hat das britische Parlament die Human Fertilisation and Embryology Bill angenommen, nach der die Herstellung von Mensch-Tier-Embryonen zur Gewinnung von Stammzellen erlaubt ist. Überdies können echte Chimären hergestellt werden, in denen eine tierische embryonale Zelle einem menschlichen Embryo hinzugefügt wird. Es können transgene menschliche Embryos erzeugt werden, die ein tierisches Gen oder mehrere besitzen. Und es dürfen hybride Embryos durch Befruchtung einer tierischen Eizelle mit einem menschlichen Spermium oder umgekehrt geschaffen werden.

Schon vor der Verabschiedung des Gesetze ist es zwei britischen Forschergruppen gestattet worden, hybride Embryos herzustellen. Den Wissenschaftlern vom North East England Stem Cell Institute (NESCI) der Newcastle University ist dies im April auch erstmals mit entkernten Eizellen von Kühen gelungen, denen ein menschlicher Zellkern eingefügt wurde. Lyle Armstrong von der Newcastle University warb auf der 2008 BIO International Convention für die Technik und deren künftige Möglichkeiten zur Behandlung von schweren Krankheiten. Man habe, so berichtete er, wie die Financial Times schreibt inzwischen schon 270 hybride Embryos durch das Einfügen von menschlicher DNA in Eizellen von Kühen hergestellt. Es habe soch gezeigt, dass die Herstellung von hybriden Embryos einfacher als erwartet gewesen sei.

Mit den hybriden Embryos will man die Forschung mit Stammzellen beschleunigen, die durch den Mangel an menschlichen Eizellen bislang eingeschränkt ist. Während man 200 Eizellen von Kühen täglich von der lokalen Fleischindustrie erhalten könne, so Armstrong, würde man nur 8-10 menschliche Eizellen mit ausreichender Qualität pro Monat bekommen können. Ethische Probleme wies er von sich, da die Embryos sich normalerweise selbst so steuern würden, dass sie sich nur so lange teilen, bis sie aus 32 Zellen bestehen: „Es gibt keine Möglichkeit“, versicherte, „dass sich diese Embryos in einen Fötus entwickeln.“ Nach dem Gesetz dürfen die Embryos sich nur bis zu 14 Tagen entwickeln, während sie bei den britischen Forschern das Wachstum bereits nach zwei bis drei Tagen einstellten.

http://www.heise.de/tp/blogs/3/109903
>
<

Darstellungsbreite ändern

Da bei großen Monitoren im Fullscreen-Modus die Zeilen teils unleserlich lang werden, können Sie hier die Breite auf das Minimum zurücksetzen. Die einmal gewählte Einstellung wird durch ein Cookie fortgesetzt, sofern Sie dieses akzeptieren.

Cover

Mensch+

Upgrade-Revolution für Homo sapiens
Das neue Telepolis-Special

Ein neuer Bundespräsident?

Wulff will aussitzen, aber die Geduld ist am Ende. Soll er endlich, aber schnell seinen Hut nehmen?

abstimmen

Humanitäre Intervention als propagandistischer Normalfall

Peter Mühlbauer 20.10.2009

Interview mit Christoph Kampmann zur Geschichte eines Phänomens

In den letzten zwanzig Jahren begannen militärische Auseinandersetzungen mehrfach als "Humanitäre Interventionen". Der Historiker Christoph Kampmann hat entdeckt, dass die für solche Eingriffe eingesetzten Argumentationen nicht erst in der Ära nach dem Kalten Krieg entstanden, sondern weitaus früher zum Einsatz kamen.

weiterlesen
bilder

seen.by


TELEPOLIS