Chemotherapie ist ein zweischneidiges Schwert
Nach einer britischen Studie kann Chemotherapie den Tod von Krebskranken beschleunigen oder versurachen.
Chemotherapie ist ein zweischneidiges Schwert. Sie hat dazu beigetragen, dass die Krebsmortalität gesenkt wurde. Aber sie führt bei den Patienten nicht nur zu einer Reihe von Nebenwirkungen wie Durchfall, Haarsausfall. Schwindel oder Schwund des Knochenmarks, sondern kann auch das Sterberisiko erhöhen und den vorzeitigen Tod von Patienten verursachen. Daneben gibt es je nach Dosis, Häufigkeit und Patient schwere Folgen. Vor allem kann die Bildung von neutrophilen Granulozyten (Neutrophilen) im Knochenmark unterdrückt werden, wodurch das Immunsystem geschwächt wird. Andere Folgen können Lungenembolie oder Thrombosen sein.
Der National Confidential Enquiry into Patient Outcome and Death (NCEPOD) hat in einer Studie die Risiken der Chemotherapie anhand von Patienten im Alter über 16 Jahren in hunderten Krankenhäusern untersucht, die 30 Tage nach Beginn der Behandlung zwischen dem 1. Juni und dem 31. Juli 2006 gestorben sind. Die Stichprobe, über die verlässliche Daten vorlagen, umfasste 647 Patienten, die innerhalb der 30 Tage nach Beginn der Behandlung gestorben waren. Bei 27 Prozent habe die Chemotherapie den Tod schneller herbeigeführt oder verursacht. 19 Prozent der Patienten hätten gar keine Chemotherapie erhalten sollen.
Insgesamt wurden in dem untersuchten Zeitraum über 47.000 Chemotherapiebehandlungen durchgeführt. Bei 86 Prozent der innerhalb von 30 Tagen gestorbenen Krebspatienten wurde die Chemotherapie palliativ eingesetzt, d.h. es ging nicht mehr um Heilung, sondern vor allem um Linderung der Beschwerden und Verhinderung einer weiteren Ausbreitung. Im Bericht wurde eine ganze Reihe von Mängeln offenbar, die bei der Entscheidung für eine Chemotherapie und im Laufe der Behandlung auftreten. Insbesondere werden die Ärzte aufgefordert, Chemotherapie vorsichtiger einzusetzen, vor allem wenn die Patienten fortgeschrittenen Krebs haben.
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