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24.11.2008Übermensch
Nachrichten über die Verbesserung, Erweiterung und Ablösung des Menschen

Biomarker zur objektiven Vorhersage des Lebensalters

Kalifornische Wissenschaftler haben Gene entdeckt, mit denen sie das physiologische Alter von C. elegans ziemlich gut vorhersagen konnten.

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Wissenschaftler vom kalifornischen Buck Institute for Age Research berichten, sie hätten Biomarker gefunden, mit denen sich das "chronologische und physiologische Alter" vorhersagen ließe. Biomarker sind messbare biochemische Merkmale, die beispielsweise angeben, wie weit eine Krankheit vorangeschritten ist.

Chronologisches und physiologisches Alter müssen bekanntlich keineswegs übereinstimmen.. Siebzigjährige können körperlich auf dem Stand eines Fünfzigjährigen sein, andere altern vorzeitig. Die Wissenschaftler haben die Biomarker bei ihrer Forschung mit dem Nematoden C. elegans entdeckt, einem für die Gen- und Altersforschung beliebten Organismus. C. elegans hat normalerweise eine Lebenserwartung von gerade einmal drei Wochen, daher lassen sich hier auch relativ schnell Veränderungen erkennen. Beispielsweise lässt sich die Lebenserwartung erheblich verlängern, indem die Würmer fast am Verhungern gehalten werden. Schon 2005 hatten Wissenschaftler herausgefunden, dass sich das Lebensalter der Würmer anhand eines Stressgens voraussagen lässt.

Aufgrund einer Genom-Analyse konnten die Wissenschaftler, wie sie in ihrem Artikel in Cell Aging beschreiben, das Lebensalter von 104 einzelnen Würmern in verschiedenem Alter zu 70 Prozent vorhersagen. Dabei spielen einige Gene eine Rolle, die mutmaßlich das Altern programmieren – sofern nichts anderes dazwischenkommt. Damit habe man erstmals ein Verfahren entwickelt, um das physiologische Alter objektiv vorherzusagen, meint Simon Melov vom Buck Institute for Age Research in California. Jetzt wollen die Forscher ihren Ansatz auf Mäuse und schließlich auf Menschen übertragen.

Bei Menschen müssen Wissenschaftler allerdings einen langen Atem haben, um ihre Vorhersagen bestätigen oder falsifizieren zu können. Ob die Menschen wirklich wissen wollen, wann sie genetisch zum Tod programmiert sind, ist eine Frage. Die Wissenschaftler stellen sich eher vor, dass sich mit dieser "objektiven" Messung von Biomarkern herausfinden ließe, wie wirksam Anti-Aging-Therapien oder körperliche Betätigungen wirklich sind, also wie lange sie die Lebenserwartung unter bestimmten Bedingungen der Umwelt und des Lebensstils erweitern können.

http://www.heise.de/tp/blogs/3/119314
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