m
28.02.2009Übermensch
Nachrichten über die Verbesserung, Erweiterung und Ablösung des Menschen

Übergewicht in der Jugend ist so gefährlich wie Rauchen

Wer als junger Mensch fettleibig ist, hat ein fünf Mal höheres Risiko, vorzeitig zu sterben als ein Normalgewichtiger.

  • drucken
  • versenden

Das Risiko, als Erwachsener vorzeitig zu sterben, ist bei fettleibigen Jugendlichen ebenso hoch wie bei Erwachsenen, die mehr als 10 Zigaretten am Tag rauchen. Wenn die Jugendlichen nur übergewichtig sind, dann ist ihr Risiko etwa so hoch wie das von mäßig rauchenden Erwachsenen.

Das ist zumindest das Ergebnis einer im British Medical Journal veröffentlichten Studie von Wissenschaftlern des schwedischen Karolinska-Instituts. Dafür ausgewertet wurden die Todesursachen von über 45.000 Männern, die in Schweden gemustert wurden. Ihr BMI-Index war gemessen worden, sie wurden nach ihrem Zigarettenkonsum im Alter von 18 Jahren befragt und durchschnittlich 38 Jahre lang beobachtet. Während des Beobachtungszeitraums starben 2.897 Männer.

Das Risiko für Normalgewichtige war am geringsten, das für Fettleibige am höchsten. Die Wahrscheinlichkeit, vorzeitig zu sterben, ist bei Übergewichtigen (BMI zwischen 25 und 29,9) um ein Drittel, bei Fettleibigen (BMI mehr als 30) um die Hälfte höher als bei Normalgewichtigen (BMI zwischen 18,5 und 24,9). Untergewicht (unter 18,5 BMI) erhöht das Risiko nicht, nur wer schwer untergewichtig ist und einen BMI von weniger als 17 hat, ist ähnlich wie ein Übergewichtiger gefährdet.

Auch Raucher verkürzen statistisch natürlich ihr Leben. Je mehr Zigaretten, desto geringer die Lebenserwartung. Für schwere Raucher ist das Risiko, vorzeitig zu sterben, doppelt so hoch wie bei Nichtrauchern. Seltsamerweise vergrößert sich das Risiko aber nicht, wenn die beiden Faktoren kombiniert werden, sondern es addiert sich nur. Fettleibige, die viel rauchen, laufen ein fünf Mal so großes Risiko, vorzeitig zu sterben, als nichtrauchende Normalgewichtige. Eine Wechselwirkung zwischen den beiden Faktoren konnte aber nicht festgestellt werden.

Seit der Zeit, als die Männer der Studie gemustert wurden, hat sich die Zahl der Übergewichtigen in Schweden verdreifacht, die der Fettleibigen sogar verfünffacht. Das folgt dem weltweiten Trend und würde nach der Studie vermuten lassen, dass in Zukunft mehr Menschen als bislang vorzeitig sterben. 25 Prozent der 18-jährigen Schweden rauchen, 20 Prozent haben Übergewicht, 5 Prozent davon sind fettleibig.

http://www.heise.de/tp/blogs/3/133478
>
<

Darstellungsbreite ändern

Da bei großen Monitoren im Fullscreen-Modus die Zeilen teils unleserlich lang werden, können Sie hier die Breite auf das Minimum zurücksetzen. Die einmal gewählte Einstellung wird durch ein Cookie fortgesetzt, sofern Sie dieses akzeptieren.

Cover

Mensch+

Upgrade-Revolution für Homo sapiens
Das neue Telepolis-Special

Ein neuer Bundespräsident?

Wulff will aussitzen, aber die Geduld ist am Ende. Soll er endlich, aber schnell seinen Hut nehmen?

abstimmen

Humanitäre Intervention als propagandistischer Normalfall

Peter Mühlbauer 20.10.2009

Interview mit Christoph Kampmann zur Geschichte eines Phänomens

In den letzten zwanzig Jahren begannen militärische Auseinandersetzungen mehrfach als "Humanitäre Interventionen". Der Historiker Christoph Kampmann hat entdeckt, dass die für solche Eingriffe eingesetzten Argumentationen nicht erst in der Ära nach dem Kalten Krieg entstanden, sondern weitaus früher zum Einsatz kamen.

weiterlesen
bilder

seen.by


TELEPOLIS