Macht Koffein munter?
Zumindest fördert ein akuter Entzug bei regelmäßigen Trinkern das Entstehen von Kopfweh, Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten.
Kaffee oder vielmehr die im Kaffee enthaltene Substanz Koffein ist eine Art Droge, die munter machen soll. Darauf schwören regelmäßige Kaffeetrinker und haben teilweise nach einer in der Zeitschrift Psychopharmacology online veröffentlichten Studie von Wissenschaftlern der University of Vermont College of Medicine and Johns Hopkins School of Medicine auch damit recht. Allerdings scheint eine regelmäßige Aufnahme von Koffein kaum eine Wirkung zu erzielen, zumindest nicht mehr, als wenn man ebenso regelmäßig ein Placebo eingenommen wird:
Entzieht man jedoch den chronischen Kaffeetrinkern ihre Droge, so lassen sich sehr wohl Folgen bemerken. Beschrieben wurde von Kaffeetrinkern, dass sie Kopfweh bekommen, schlapper und müder sind und sich schlechter konzentrieren können, wenn sie die gewohnte tägliche Koffeinmenge nicht erhalten. Das wurde nun von den Wissenschaftlern auch neurophysiologisch bestätigt.
Die Wissenschaftler untersuchten in einer Doppelblindstudie, wie sich bei 16 regelmäßigen Kaffeetrinkern, die 14 Tage lang entweder Koffein (400 mg täglich) oder Placebos erhielten, wie sich der Entzug auf die Gehirnaktivität, den Blutdurchfluss im Gehirn und das subjektive Befinden mittels EEG, Ultraschall und Fragebögen auswirkt. Bei einer akuten Abstinenz, so das Ergebnis, wird der Blutfluss im Gehirn erhöht und verstärken sich die mit dem EEG gemessenen Theta-Rhythmen, was zu den beschriebenen Symptomen wie Kopfweh, Schwindel und mangelnde Aufmerksamkeit führen kann. Trifft es zu, dass regelmäßige Einnahme von Koffein gegenüber Placebos keine positive Wirkung hat, dann würden chronische Kaffeetrinker mit dem Koffeinkonsum eigentlich nur die negativen Folgen des Entzugs vermeiden.
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