Mit einem Gesichtserkennungssystem sollen japanische Bahnangestellte ihr Lächeln im Dienst des Unternehmens und der Kunden optimieren.
Den Kunden muss freundlich begegnet werden. Auch das Lächeln, zumal wenn es die ganze Arbeitszeit aufscheinen soll, wenn ein Angestellter mit einem Kunden zu tun, will gelernt sein. Bei der Keihin Electric Express Railway wurde für das Zugpersonal dafür ein System eingeführt, berichtet Mainichi, das mit einem Gesichtserkennungssystem das Lächeln der Menschen bewerten können soll.
Smile Scan im Einsatz. Bild: Keihin Electric Express Railway
Entwickelt wurde das "Smile Scan"-Programm von Omron, das wie üblich mit einer Kamera die Gesichtsmerkmale einer Person analysiert. Angeblich kann das Okao-Vision-System aber nicht nur eine Person identifizieren und verfolgen, sondern auch erkennen, welches Geschlecht sie hat und wie alt sie ist. Dazu soll aus dem Gesicht auch abgelesen werden können, ob die Person müde ist und welche Gefühle sie gerade hat.
Smile Scan. Bild: omron-idfusion
Beim Erfassen des Lächelns werden etwa die Augenbewegungen, die Form der Lippen und die Falten erfasst und mit einer Skala von 1 bis 100 bewertet. 100 ist dann das Ideallächeln, wie es sich die Programmierer wünschen und der Arbeitgeber es seinen Angestellten antrainieren will. Wer wenige Punkte erzielt, bekommt dann auch noch auf dem Bildschirm Anweisungen: "Sie schauen zu ernst" beispielsweise oder "Heben Sie Ihre Mundwinkel weiter an".
Smile Scan. Bild: omron-idfusion
Nach Auskunft der Zeitung müssen 530 Angestellte nun jeweils zu Beginn der Arbeit den Lächeltest überstehen. Ein Bild, auf dem sie am besten lächeln, wird ausgedruckt und soll dann anregend mitgeführt werden: "Wir wollen unsere Dienste verbessern", erklärte ein Sprecher der Eisenbahngesellschaft, "um unsere Kunden zum Lächeln zu bringen." Den Angestellten könnte es freilich allmählich vergehen.
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