Neue Influenza: Millionen an die Waschbecken!
Gesundheitsbehörde prognostiziert für Frankreich 20 Millionen Erkrankungen bis Ende des Jahres. Die aktuellen Fallzahlen sind erheblich niedriger als die deutschen.
Die aktuellen Fallzahlen des französischen Instituts zur Gesundheitsüberwachung - l'Institut national de veille sanitaire (INVS) sehen relativ harmlos aus: 690 bestätigte, bzw. wahrscheinliche Fälle von H1N1 (letzte Aktualisierung Dienstag, 21.Juli) für Frankreich und 103 Fälle in den Überseeterritorien. Und dennoch warnen die Behörden vor einem spektakulären Anstieg der Ansteckungen infolge der Reisezeit.
Angesichts der Verbreitungsgeschwindigkeit der neuen Grippe sagen französische Behörden, wie le Monde heute meldet, voraus, dass fast ein Drittel der Gesamtbevölkerung (65 Mio) bis Ende dieses Jahres von der neuen Grippe-Pandemie erfasst werden könnten. Als Vergleichswert werden 2,5 Millionen angegeben, die gewöhnlicherweise an einer jahreszeitlich bedingten Grippe erkranken. Während sich die Verantwortlichen innerhalb der Regierung noch streiten, welchen Alarmstatus man der "Grippe A" zu welchem Zeitpunkt geben soll, ob man auf "5B" (circulation importante du virus) gehen soll oder 6 (pandémie), werden einstweilen Ratschläge der EU-Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou verbreitet: "Ruhe bewahren", "große Menschenansammlungen vermeiden" und "Hände waschen".
Gegenüber den tatsächlichen aktuellen Fallzahlen in Frankreich sind die deutschen Zahlen um einiges höher. So berichtet das Robert Koch Institut in seiner "Situationseinschätzung" für Deutschland mit Datenstand von gestern (15 Uhr) von insgesamt 2.455 gemeldeten Fälle der Neuen Grippe. Ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vortag, bei dem insgesamt 1.818 Fälle gemeldet worden waren. Die Steigerung erklärt man sich "hauptsächlich durch Reiserückkehrer verursacht" (528 neue Fälle). Besonders erwähnt werden Rückkehrer aus Spanien und der Hinweis:
"In der Regel sind die Erkrankungen in Deutschland nach wie vor mild verlaufen."
Auch in Deutschland rät man zum häufig Händewaschen und Achtung: eine kleine Umerziehungsmaßnahme: Die Hand vor dem Mund genügt nicht mehr! Stattdessen soll hygienisch "in den Ärmel gehustet" werden. Der Epidemiologe Tom Jefferson gibt im aktuellen Spiegel den Tipp, dass an jedem Flughafen "ein paar hundert Waschbecken" installiert werden: "Wer sich nach dem Flug nicht die Hände wäscht, wird sofort vom Zoll gestoppt - unsichtbare Farbstoffe im Wasser könnten das möglich machen."
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