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18.08.2009Übermensch
Nachrichten über die Verbesserung, Erweiterung und Ablösung des Menschen

In der US-Hauptstadt findet sich auf 95% der Geldscheine Kokain

US-Wissenschaftler haben Geldscheine in 5 Ländern mit interessanten Ergebnissen nach Spuren von Kokain untersucht.

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Auch wer selbst keine Drogen nimmt, hat gute Chancen, solche mit sich zu führen. Oberflächlich nachgedacht, wird man nicht gleich darauf kommen, dass Geldscheine in der Brieftasche höchstwahrscheinlich Spuren von Kokain enthalten. Zum Schnupfen reicht es zwar nicht, aber es ist ein Indiz dafür, wie hoch der Drogenkonsum in einer Gegend ist, nimmt man einmal an, dass die Mehrzahl der Geldscheine lokal oder regional zirkuliert.

Wissenschaftler von der University of Massachusetts haben Geldscheine aus über 30 Städten in den USA, in Kanada, Brasilien, China und Japan untersucht und "alarmierende" Beweise für Kokainkonsum in vielen Gegenden gefunden, wie sie auf der Jahrestagung der American Chemical Society berichteten. Eingesetzt haben sie dazu einen Gaschromatographen-Massenspektrometer, mit dem sich der Nachweis schnell und genau vornehmen lässt, ohne die Geldscheine zu zerstören. Das erlaubt eine breitere Analyse und kommt nicht so teuer.

Besonders hoch ist der Konsum in den USA und in Kanada. Hier wurden durchschnittlich auf 90 bzw. 85 Prozent der Geldscheine Spuren von Kokain gefunden, in China und Japan scheint man Kokain nicht häufig zu nehmen. Gefunden wurde es auf 12 Prozent der Scheine in Japan und auf 20 Prozent in China. Dabei sind die Unterschiede erheblich. Auf den Scheinen in den USA – insgesamt 234 wurden untersucht, was sicherlich nicht sonderlich repräsentativ ist – fanden sich zwischen 0,006 und 1,240 Mikrogramm Kokain.

Wenig verwunderlich ist, dass in Städten der Konsum am höchsten ist. Spitzenreiter für die Aufputschdroge ist die Hauptstadt der USA. Auf 95 Prozent der Geldscheine wurden hier Kokainspuren gefunden. Das ist stattlich und lässt womöglich einen Rückschluss darauf zu, wie in Washington D.C. Politik gemacht wird.

Nach Yuegang Zuo, dem Leiter des Wissenschaftlerteams, lässt sich immer häufiger Kokain auf den Geldscheinen finden. In den USA war von seinem Team vor zwei Jahren eine ähnliche Analyse vorgenommen worden. Danach sind jetzt 20 Prozent mehr Scheine kontaminiert. Ob das auch heißt, dass mehr Kokain mit den Geldscheinröhrchen geschnupft wird, ist spekulativ, aber naheliegend. Der Grund für den Anstieg könnte zunehmender Stress in der Wirtschaftskrise sein, mutmaßt Zuo. Allerdings ist die Zahl der untersuchten Geldscheine – 234 in den USA, 27 in Kanada oder gerade einmal 10 in Brasilien – wohl nicht sonderlich aussagekräftig.

http://www.heise.de/tp/blogs/3/143654
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