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Bei ADHS gibt es Defizite im Belohnungssystem des Gehirns

Nach Hirnscans haben Menschen, die unter der Aufmerksamkeitsstörung leiden, Störungen im Dopamin-System.

Ob es eine primäre Ursache für das noch vor Jahrzehnten unbekannte Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom oder die Hyperaktivitätsstörung (ADHS) gibt, ist umstritten. Für die Einen ist ADHS genetisch bedingt, dann aber weit verbreitet, wenn mitunter bis zu 10 Prozent oder mehr der Kinder zumindest Symptome zeigen sollen. Für die Anderen ist die Aufmerksamkeitsstörung bedingt durch das familiäre Umfeld oder auch durch die andauernde und frühe Aussetzung an Medien. Da sich dieser alte Anlage-Umwelt-Konflikt auch hier nicht auflösen lässt, flüchtet man sich als Erklärung gerne in eine nebulöse multifaktorielle Verursachung. Die erlaubt denn auch die Medikation der Kinder und Jugendlichen, die in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat und vermutlich auch viele Kinder trifft, die nicht wirklich unter der psychischen Störung leiden.

Nun wollen US-Wissenschaftler vom Brookhaven National Laboratory des Energieministeriums den ersten Beweis dafür gefunden haben, dass bei Menschen, die an ADHS leiden, das Dopamin-System gestört ist. Das hatte man schon länger vermutet, schließlich haben Konzentration und Aufmerksamkeit etwas damit zu tun, länger bei einer Sache bleiben zu können, wobei das interne Belohungs- und Motivierungssystem eine Rolle spielen könnte.

dopamin.jpg
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Die Wissenschaftler haben die Gehirne von 53 erwachsenen ADHS-Patienten, die nicht behandelt wurden, mit einem PET-Scanner mit denen von 43 gesunden Personen verglichen und dabei herausgefunden, wie sie im Journal of the American Medical Association schreiben, dass die ADHS-Patienten weniger Dopamin-Rezeptoren und auch weniger Dopamin-Transporter als die Kontrollpersonen in den Gehirnarealen hatten, die für Belohnung und Motivation zuständig sind

Die Defizite in dem Dopamin-Signalweg für Belohnung werden als Ursachen für die Symptome der Hyperaktivität und Konzentrationsschwäche von den Wissenschaftlern gesehen. Das könne auch erklären, warum ADHS-Patienten zu Drogenmissbrauch und Fettleibigkeit neigen. Die Aufmerksamkeitsgestörten können nicht auf angemessene Weise Reize mit Belohnung verbinden. Sie kompensieren das gestörte Belohnungssystem mit dem Versuch, durch Drogen und Lebensmittel ihre Dopamin-Konzentration zu erhöhen. Man müsste also auf das Belohnungssystem einwirken, um die Aufmerksamkeit zu fördern. Und nachdem die Wissenschaftler ADHS neurobiologisch begründen, wundert auch nicht, dass sie den Einsatz von stimulierenden Medikamenten befürworten, die die Dopamin-Konzentration im Gehirn erhöhen.

Florian Rötzer14.09.2009
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Re: ADHS war früher nicht unbekannt, es wurde nur als "Schuld" angelastet
Re: ADHS war früher nicht unbekannt, es wurde nur als "Schuld" angelastet
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