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Grüner leben: Pflanzen in Zimmern sollen die Luft reinigen

Nach einer Studie nehmen sie gesundheitsschädliche flüchtige organische Verbindungen auf

Wer in seiner Wohnung Pflanzen hat, könnte womöglich auch etwas für seine Gesundheit tun. Denn in den Räumen herrschen schlechte Luftbedingungen. Die Luft ist oft geschwängert mit allerlei gesundheitsschädlichen Partikeln, darunter auch Flüchtigen organischen Verbindungen (VOCs), die von allen möglichen Gegenständen und Materialen (Farben, Kleidung, Lösungen, Baumaterialien, Möbeln, Klebemitteln etc.) abgegeben werden. Manchmal ist die Luft in Räumen um ein Vielfaches stärker verschmutzt als im Freien.

Ganz gewöhnliche Zierpflanzen können nach einer Studie von Wissenschaftlern der University of Georgia solche gesundheitsschädlichen VOCs aufnehmen und damit den Aufenthalt in Räumen gesünder machen, Stress minimieren und die Leistungskraft erhöhen. Für ihre Studie haben sie 28 weit verbreitete Zierpflanzen in Innenräumen getestet, inwiefern sie 5 VOCs (aromatische Kohlewasserstoffe wie Benzol und Toluol, Octan, Trichlorethan und Terpene) aus der Luft aufnehmen.

Am besten, so die Wissenschaftler in in der Zeitschrift HortScience, nehmen die Pflanzen Metallblatt, Efeu, Wachsblume und Zierspargel alle 5 schädlichen VOCs auf. Das Rotblatt kann 4 VOCs aufnehmen. Die weit verbreitete Birkenfeige immerhin noch Octan und Terpene. Die für den Test verwendeten VOCs können die Gesundheit der Menschen erheblich beinträchtigen, schreiben die Wissenschaftler. Wenn man nur ein paar Zierpflanzen in Zimmern wachsen lässt, könne dies die Luftqualität erheblich verbessern. Um eine maximale Verbesserung zu bewirken, müsse man verschiedene Pflanzen kombinieren und wissen, von welchen VOCs die Luft am stärksten belastet wird.

Und weil die Verbesserung der Luft nicht nur der Gesundheit dient, sondern auch die Leistungskraft stärkt, wird den Arbeitgebern empfohlen, die Büros und andere Arbeitsräume zu begrünen. Stanley J. Kays, der Teamleiter, meint vermutlich nicht ganz uneigennützig, dass die Studie nicht nur die gesundheitlichen Verbesserungen der Luft in Innenräume durch Pflanzen bestätige, sondern dass dieser Nutzen auch einen "unglaublich positive Auswirkung auf die Zierpflanzenindustrie durch zunehmende Kundennachfrage und –käufe" habe. Da muss man dann wahrscheinlich den Professor einladen, der die gesundheitlichen Vorteile der Pflanzen anpreist, um den Umsatz gehörig zu steigern, was wiederum dem Einkommen des Wissenschaftlers und den Aufträgen für sein Institut nicht schaden dürfte.

Florian Rötzer07.11.2009
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