Benzindämpfe machen aggressiv
Wer tankt, lebt möglicherweise gefährlich.
Computerspielfans können sich ebenso wie alle Medienkonsumenten zurücklehnen. Aggressivität geht nicht nur, wie von vielen behauptet wird, vom Konsum von Gewaltvideos oder von Killerspielen aus. Es sind auch die Autofahrer, die durch das Einatmen der Benzindämpfe aggressiv werden. Das ist zumindest die Hypothese einer Studie von Amal Kinawy von der Universität von Kairo, die in der Zeitschrift BMC Physiology veröffentlicht wurde.
Allerdings hat Kinawy dies erst einmal nur bei männlichen Ratten zeigen können, die sich dann eher bekriegt haben, wenn sie Benzindämpfen ausgesetzt waren. Das könnte damit zusammenhängen, dass u.a. die Ausschüttung Monoamin-Neurotransmitter im Kortex, Hypothalamus, Hyppocampus und Cerebellum stark schwankte. Vor allem ging die Noradrenalin-Konzentration zurück, auch der Spiegel von Serotonin und Dopamin fiel ab. Dazu paarte sich freilich auch Angst, während gleichzeitig die Gehirnzellen geschädigt wurden. Das würde bedeuten, dass Benhzindämpfe nicht nur gesundheitsschädlich für den Körper sind, sondern auch das Verhalten verändern.
Treibstoff enthält Hunderte von Hydrokarbonaten. Menschen nehmen diese vor allem durch Einatmen beim Tanken auf. Die Studie untersuchte die Auswirkungen der Aussetzung von Ratten an bleihaltiges und bleifreies Benzin, das in Ägypten gerade eingeführt wird. Sie wurden 30 Tage lange jeweils 30 Minuten den Benzindämpfen ausgesetzt, allerdings in höheren Dosen als Menschen, die ihre Autos tanken. Als Kontrollgruppe dienten Ratten, die nur normale Luft atmeten. Die waren sehr viel friedlicher als die Ratten, die Benzindämpfe einatmen mussten und tatsächlich aggressiver wurden oder eher kämpferische Positionen einnahmen. Der Effekt war offenbar bei bleifreiem Benzin noch stärker, das die Lipid-Peroxidation im Gehirn (Kortex und Hypothalamus) zu steigern und die Superoxid-Dismutase zu reduzieren scheint.
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