m
09.02.2010Übermensch
Nachrichten über die Verbesserung, Erweiterung und Ablösung des Menschen

Akupunktur wirkt im Gehirn

Nach einer Studie scheint Akupunktur bestimmte, mit Schmerzen verbundene Gehirnstrukturen zu deaktivieren.

  • drucken
  • versenden

Akupunktur bekämpft Schmerzen nicht im Körper, sondern im Gehirn. Das wollen britische Wissenschaftler von der University of York und der Hull York Medical School anhand der Auswertung von Gehirnscans mit der funktionellen Magnetresonanztomographie herausgefunden haben.

Für ihre Studie, die in der Zeitschrift Brain Research erschienen ist, wurden 17 Versuchspersonen untersucht, die am Hegu-Punkt akupunktiert wurden. Dabei wurden zwischen denen unterschieden, bei denen die Akupunktur wirkte, da sie vorwiegend ein DeQi-Gefühl - einer nicht schmerzhaften Empfindung von Kribbeln, Taubheit, Hitze oder Kälte - spürten, und solchen, die beim Einstich der Nadeln vorwiegend Schmerzen empfanden.

Während bei der DeQi-Gruppe eine Deaktivierung der neuronalen Aktivität, gemessen an den Durchblutungsveränderungen, der limbisch-subkortikalen Areale und im Cerebellum festgestellt werden konnte, zeigten sich hier bei der Schmerzgruppe Aktivierungen. Die Wissenschaftler interpretieren dies so, dass Akupunktur auf bestimmte Gehirnareale einwirkt, die mit Schmerzempfindung zu tun haben. Werden diese eher deaktiviert, dann könnte dies bedeuten, das das Schmerzempfinden im Gehirn unterdrückt wird. Für Hugh MacPherson von der Hull York Medical School sind die Ergebnisse ein "objektiver wissenschaftlicher Beweis dafür, dass die Akupunktur bestimmte Gehirnareale beeinflusst". Ob sich damit wirksam und langfristig Schmerz behandeln lässt, ist unklar.

Die Wissenschaftler von der York-Universität untersuchen gerade in klinischen Tests, ob Akupunktur auch beim Reizbaren Darm-Syndrom (IBS) und bei Depression wirkt und damit ein kostengünstiges Heilverfahren sein könnte. Die Untersuchungen sollen auch dazu dienen, Akupunktur als Behandlung für das britische Gesundheitssystem NHS durchsetzen zu können. In Deutschland wird seit 2007 Akupunktur bei chronischen Rücken- und Knieschmerzen als Regelleistung der gesetzlichen Krankenkassen anerkannt.

http://www.heise.de/tp/blogs/3/147039
>
<

Darstellungsbreite ändern

Da bei großen Monitoren im Fullscreen-Modus die Zeilen teils unleserlich lang werden, können Sie hier die Breite auf das Minimum zurücksetzen. Die einmal gewählte Einstellung wird durch ein Cookie fortgesetzt, sofern Sie dieses akzeptieren.

Cover

Mensch+

Upgrade-Revolution für Homo sapiens
Das neue Telepolis-Special

Ein neuer Bundespräsident?

Wulff will aussitzen, aber die Geduld ist am Ende. Soll er endlich, aber schnell seinen Hut nehmen?

abstimmen

Humanitäre Intervention als propagandistischer Normalfall

Peter Mühlbauer 20.10.2009

Interview mit Christoph Kampmann zur Geschichte eines Phänomens

In den letzten zwanzig Jahren begannen militärische Auseinandersetzungen mehrfach als "Humanitäre Interventionen". Der Historiker Christoph Kampmann hat entdeckt, dass die für solche Eingriffe eingesetzten Argumentationen nicht erst in der Ära nach dem Kalten Krieg entstanden, sondern weitaus früher zum Einsatz kamen.

weiterlesen
bilder

seen.by


TELEPOLIS