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12.05.2010Übermensch
Nachrichten über die Verbesserung, Erweiterung und Ablösung des Menschen

Fettleibigkeit und Einkommen

Je weniger die Menschen verdienen, desto eher sind sie übergewichtig, weswegen US-Wissenschaftler die Erhöhung des Mindestlohns fordern

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Anders als in Deutschland gibt es in den USA einen Mindestlohn. Der liegt bei 7,25 US-Dollar (5,7 Euro), in manchen Bundesländern auch etwas höher. Viel ist das nicht, aber immerhin mehr als die Löhne, die manchen in Deutschland gezahlt werden, weil sich FDP und Union gegen die Einführung eines Mindestlohn sperren.

Kalifornische Wissenschaftler haben nun festgestellt, dass Menschen, die zum Mindestlohn arbeiten, ein höheres Risiko haben, übergewichtig zu werden als Menschen, die mehr verdienen. Die Korrelation zwischen relativer Armut und Fettleibigkeit sei ziemlich stark, sagen sie in ihrer Studie, die im Journal of Occupational and Environmental Medicine erschienen ist. Untersucht wurden die Einkommen der Hauptverdiener im Alter zwischen 20 und 65 Jahren mit Vollzeitjobs von 2003 bis 2007. Danach habe sich eindeutig ergeben, dass sich aus der Höhe des Lohns die Fettleibigkeit und der BMI abschätzen lässt, also letztlich: Je geringer der Lohn, desto fetter die Menschen.

Die Frage ist natürlich, warum diese wieder einmal bestätigte Korrelation besteht. Sind die Menschen, die wenig verdienen, die also der "Unterschicht" angehören, schlicht dümmer, weil sie sich falsch ernähren? Man könnte sagen, so die Wissenschaftler, dass Menschen mit geringen Einkommen in Gegenden wohnen, wo es kaum Parks und billige Möglichkeiten zu körperlicher Aktivität, also Sport, gibt. Das ist vermutlich so, aber nicht wirklich überzeugend. Es könnte auch sein, dass Lebensmittel mit weniger Kalorien teurer sind und in ärmeren Wohngebieten daher auch weniger angeboten werden.

Die Wissenschaftler glauben, eine einfache Lösung zu wissen. Man müsste einfach den Mindestlohn erhöhen. Damit würde man auch die Epidemie der Fettleibigkeit beenden können und den Menschen die Möglichkeit verschaffen, sich einen gesünderen Lebensstil leisten zu können. Aber ob sich das mit dem Verweis auf die Bekämpfung der Fettleibigkeit und damit des Risikos, früher zu sterben, besser durchsetzen lässt als mit anderen Gründen?

http://www.heise.de/tp/blogs/3/147604
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