m
01.06.2010Übermensch
Nachrichten über die Verbesserung, Erweiterung und Ablösung des Menschen

Neuroleptika und Antidiabetika für das junge Volk

Die Verschreibung von Medikamenten an Kinder und Jugendliche wächst in den USA weiterhin an

  • drucken
  • versenden

Glaubt man einem jüngst veröffentlichten Report von Medco Health Solutions, waren 2009 Kinder und Jugendliche die am stärksten wachsende Medikamenten-Konsumentengruppe in den USA. Sie nahmen vier mal so viel verschreibungspflichtige Arzneimitteln wie der Rest der Bevölkerung ein. Jedes vierte Kind unter zehn Jahren erhielt Mittel gegen chronische Beschwerden. Bei den 10-19 Jährigen steigt dieser Anteil sogar auf 30 %.

Über die letzten Jahre verzeichneten zwei Medikamentengruppen den größten Anstieg, die man normalerweise nicht mit Heranwachsenden in Verbindung bringt: Antidiabetika und Neuroleptika (Antipsychotika).

So stieg seit 2001 die Anzahl der 10-19 jährigen Jugendlichen, die cholesterinsenkende Arzneimittel einnahmen, um 50%. Die Gruppe der Neuroleptika wird in den USA nicht nur gegen Schizophrenie, sondern zunehmend auch bei Angstzuständen und Depressionen eingesetzt. Der Gebrauch dieser Arzneimittel hat sich in den USA seit 2001 daher verdoppelt, während der von Antidepressiva seit 2004 um über 20 % abnahm. Damals hatte die Arzneimittelbehörde FDA eine Warnung veröffentlicht, dass einige Antidepressiva Selbstmordgedanken bei Jugendlichen verstärken können. Die behandelnden Ärzte setzen seither eher Neuroleptika ein. Ironischerweise vergrößert der Konsum dieser Neuroleptika die Chance auf das Entstehen einer Typ 2 Diabetes.

Auch die oft kritisierte Vergabe von Medikamenten gegen ADHS ist weiterhin im Anstieg begriffen (9,1 % in 2009) und hat sich auf die Gruppe der 20-34 Jährigen ausgeweitet. Dort stiegen die Verschreibungszahlen um über 21 % an.

Medco analysierte für den Report seine 200 Top-Kunden, die über 40 Millionen Menschen repräsentieren. Die Firma sieht eine blühende Pharma-Zukunft: Bis 2012 sollen die Ausgaben für Arzneimittel um 18 % steigen.

http://www.heise.de/tp/blogs/3/147737
>
<

Darstellungsbreite ändern

Da bei großen Monitoren im Fullscreen-Modus die Zeilen teils unleserlich lang werden, können Sie hier die Breite auf das Minimum zurücksetzen. Die einmal gewählte Einstellung wird durch ein Cookie fortgesetzt, sofern Sie dieses akzeptieren.

Cover

Mensch+

Upgrade-Revolution für Homo sapiens
Das neue Telepolis-Special

Ein neuer Bundespräsident?

Wulff will aussitzen, aber die Geduld ist am Ende. Soll er endlich, aber schnell seinen Hut nehmen?

abstimmen

Humanitäre Intervention als propagandistischer Normalfall

Peter Mühlbauer 20.10.2009

Interview mit Christoph Kampmann zur Geschichte eines Phänomens

In den letzten zwanzig Jahren begannen militärische Auseinandersetzungen mehrfach als "Humanitäre Interventionen". Der Historiker Christoph Kampmann hat entdeckt, dass die für solche Eingriffe eingesetzten Argumentationen nicht erst in der Ära nach dem Kalten Krieg entstanden, sondern weitaus früher zum Einsatz kamen.

weiterlesen
bilder

seen.by


TELEPOLIS