Werden in Krisenzeiten Dicke attraktiver?
Britische Psychologen wollen durch eine Studie bestätigt haben, dass Männer unter Stress dickere Frauen bevorzugen
Was mögen Männer, wenn sie unter Stress stehen? Kräftige Frauen, die gewissermaßen ihren Mann stehen, so wollen britische Psychologen herausgefunden haben. Untersuchungen hätten nämlich ergeben, dass die Vorliebe für Körpergrößen mit der Verfügbarkeit von Ressourcen zu tun hat. Wenn die Ressourcen knapp oder instabil werden, wachse bei Männern das Bedürfnis nach dickeren Frauen. Die würden nämlich für einen Zugang zu Ressourcen stehen, schließlich wären sie sonst nicht gewichtig, vermitteln auch Unabhängigkeit und Stärke, während bei den Dünnen nichts zu holen ist und sie in Gefahr zu schweben scheinen, gesundheitlich nicht so robust zu sein, was evolutionstheoretisch die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen könnte. So sollen in wirtschaftlichen Krisenzeiten, also wohl auch jetzt, eher füllige Frauen attraktiv sein.
Das ist schlicht gedacht, aber es scheint die Psychologen interessiert zu haben, die Hypothese zu überprüfen. Wobei man auch sagen muss, dass es doch viel Freiheit in der Gesellschaft gibt, in der solche Forschung staatlich finanziert wird. Jedenfalls haben die Psychologen 81 männliche und heterosexuelle Versuchspersonen gefunden, die sich zunächst einer Stresssituation aussetzten - ein Bewerbungsgespräch vor vier Menschen unterschiedlichen Geschlechts und dann einer Rechenaufgabe -, um dann Fotos von Frauen mit unterschiedlichem Körperumfang von dürr bis fettleibig nach körperlicher Attraktivität zu beurteilen. Um kulturelle oder ethnische Vorlieben auszuschließen, wählte man nur weiße britische Männer. Im Vergleich zu einer ungestressten Kontrollgruppe neigten die gestressten Männer eher zu den körperlich üppigeren Frauen, berichten die Psychologen in ihrem [dx.plos.org/10.1371/journal.pone.0042593 Artikel] für PLoS One.
Was lernen wir aus der Studie? Männer neigen unter Stress oder in schlechten Zeiten eher zu mütterlichen Frauen mit ausladenderen Proportionen und sie erweitern den Umfang dessen, was sie körperlich attraktiv finden, auch auf übergewichtige Frauen. Das hieße umgekehrt, dass in Gesellschaften, die vom Wohlstand gekennzeichnet sind, der ideale Körper schlanker und dürrer sein kann. Man könnte also vom weiblichen Körperideal, dass in einer Gesellschaft gepflegt und propagiert wird, ableiten, wie gut es den Männern geht. Gut offenbar, denn Dicke haben weiterhin schlechte Karten und Kindfrauen Konjunktur.
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