DRM mit zu wenig Gedächtnis
Microsoft wird im Sommer die MSN Music Lizenzserver für den alten Store abschalten. Pech für alle, die dann dort gekaufte Musik auf neuen Computern abspielen wollen.
Wenn ich aus dem reichen Fundus des abendländischen Zeichentricks ein Tier für MSN auswählen soll, dann würde ich gerne im dortigen Land bleiben und Dory wählen. Die blaue Fischtante aus "Finding Nemo". Plappert unentwegt und hat ein Kurzzeitgedächtnis wie ein Stück Zucker im Morgenkaffee. So in etwa.
MSN-Chef Rob Bennett hat beschlossen, den MSN Store zuzumachen. Man hat ja mit Zune ein paar neue Dinge auf Lager. Und dazu braucht es neue Stores. Wie stets bei MSN. Das ist OK, jeder darf Geschäfte auf- und zumachen. Dies ist ein freies Land mit freien Kunden. Freilich. Dumm nur, dass die Lizenzserver auch davon betroffen sind. Wer also damals vor nicht allzu langer Zeit dort Musik einkaufte, wird im Sommer ein Problem haben. Und zwar dann, wenn diese Musik auf einen neuen Computer überspielt und dann wieder freigeschaltet werden soll. DRM heisst das Zauberwort, aber der Zauber kann ins Auge gehen. Die Authentifizierung des Käufers ist ohne Server schlecht möglich.
Da kann man sagen Na und, ist doch toll, dass die Musik auf dem heutigen Computer noch läuft. Klar kann man das sagen. Auf der anderen Seite ist Microsoft mit Vista und anderen Produkten stark daran, kontinuierlich den Kauf von neuen noch leistungsfähigeren Computern anzukurbeln.
Dory ist ja ganz sympathisch aber leider ein wenig weltfremd. Immerhin: Unter Wasser ist der Download von Musik und dessen Nutzung auch kein grosses Thema. Was soll man deshalb da schon erwarten.
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