Mike Wallace holte 1956 bis 1958 Köpfe wie den Ku Klux Klan "Grossmeister" Eldon Edwards, Schauspieler Kirk Douglas oder Präsidentengattin Eleanor Roosevelt vor die Kamera. Hier sind die Mitschnitte.
Langes Wochenende steht an. Und weil das dreimalige Durchlesen von Spiegel Online schon beim ersten Mal ein wenig anöden kann, hier der Tipp, um wenigstens einen Teil der Zeit bis Montag medial zu gestalten.
Auf den Seiten der University of Texas at Austin, und dort bei den Contents des Harry Ransom Center, finden sich die Mitschnitte der Interviews von Mike Wallace in Night Beat, einer 1956 bis 1958 ausgestrahlten Reihe von Gesprächen mit interessanten Köpfen der damaligen USA. (Die dazugehörigen Körper sind auch dabei, bleiben aber ein wenig unbeachtet).
61 Gespräche davon existieren im Original (16 mm) und stehen als Online-Video in voller Länge bereit. Die Mischung der Gäste ist...eklektisch. Eldon Edwards erklärt die "Position" des Ku Klux Klan und hat dabei ein fesches Zipfelmützchen auf. Kirk Douglas berichtet von den Dreharbeiten zu seinen Filmen. Mafia-Anwalt Edward Bennett Williams (der auch Senator McCarthy vertrat) erklärt das Rechtssystem des Landes. Meine persönlichen Favoriten sind Peter Ustinov und Erich Fromm, aber auch der zwölf Jahre alte Quizshow-Gewinner Leonard Ross, der sich über die Gefahren von Quizshows für Jugendliche äussert.
Nach fünf Dutzend Mitschnitten verspürt man vielleicht den dringenden Drang, wieder einmal Farbe im Bild zu sehen. Und auf uns wirken die Gespräche starr und formal. Mich trösten sie über das leere Gestammel von Beckmann und Konsorten hinweg. Und sie sind definitiv besser als die meisten Filme von Kirk Douglas.
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