Google Go
Manche glauben, Google ist böse. Andere verstehen die ersten beiden Buchstaben des Firmennamens als Strategie.
Zünden wir uns kurz eine Kommentar-Zigarre an und schauen wir auf die vergangene Woche. Mit Chrome meldet Google seine Kandidatur für den Browsermarkt an. Und man (wer ist eigentlich immer dieser "man", twittert der?) munkelt, das sei wieder nur ein Schritt in Richtung Weltherrschaft via expontiell steigendem Produkt-Portfolio. Als Google-Gates. Und man munkelt von einer Strategie.
Vielleicht ist es einfach ein Spiel, deshalb die drei bunten Bälle im Logo. Ein logisches Spiel. Und es funktioniert wie das Brettspiel Go. Gute Spieler besetzen mit möglichst wenigen Steinen die Spielfläche so, dass sie freies Feld dominieren und möglichst jeglichen Atari vermeiden.
Zum einen hat Google das Spielfeld neu gesteckt. Damit kämpft Microsoft nun seit Jahren. Plötzlich ist der Wert des einen nur noch eine Commodity des anderen. Office gibt es quasi umsonst, den Browser nun sowieso. Das Geld macht der überlegene Spieler nun mit dem, womit Microsoft immer gekämpft hat: die Kundendaten. Denn sie werden konsequent zurück geführt ins System, das sich durch Google.com zeigt.
Und es ist für Google nicht nötig, immer das beste Produkt auf dem Markt zu besitzen. Es ist die (Daten-)Verbindung der Produkte zueinander. Das Netz ist umso stärker, je weitmaschiger es erst einmal geknüpft ist und dem anderen Spieler verunmöglicht, in diesem Raum ebenfalls noch einen Netzpunkt zu platzieren.
Böse? Mitnichten. Eine Strategie ist per se genauso wenig böse wie ein Handschuh. Da kann man dann getrost do no evil dazu schreiben. Ernst? Sicher, jedes Spiel besitzt einen Ernst.
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