Piraten und andere Edle im Netz
Zwei Studien zeigen ein diametrales Unrechtsverständnis von Piraterie bei Content-Anbietern und Nutzern.
Via Peer-to-Peer Filme oder Musik ohne die entsprechende Bezahlung downzuloaden hat die Schwarzzone der Freaks und Hacker definitiv verlassen. Zwei Studien aus Kanada und Spanien zeigen, dass sich das Herunterladen von Daten zum Breitenphänomen entwickelt hat. Das muss frustrierend sein für Konzerne, die mit drastischen Anti-Spots und einzelnen Musterprozessen versuchen, diese Freizeitbetätigung einzudämmen. Aber was auch ernüchternd sein dürfte: In Spanien sehen gerade einmal ein Prozent der Befragten in Content-Piraterie ein Vergehen.
Wer nun glaubt, dass es mit einer Kontrolle der Datenströme via Provider und einer Abmahnung der Täter - wie das in Frankreich als Gesetz zur Abstimmung steht - getan ist, der sieht das Thema wohl ein wenig zu eng. Content-Piraterie ist kein reines Internet-Delikt. Kopierte Compact Cassetten, später Daten-Disketten oder CDs und CD-ROMs sind nicht erst seit gestern ein Bestandteil der eigenen Schüler- und Studentenzeit und zum Beispiel in der Schweiz selbst dann legal, wenn man nicht nur für seinen privaten Gebrauch sondern auch für Freunde solche Kopien anfertigt. Allerdings beklagen Betreiber von Satellitenprogrammen zunehmende Piraterie der dort ausgestrahlten Programme. Was sich leicht und billiger über einen Hack beschaffen lässt, findet seinen Weg in "alternativen" Distributionskanälen.
Je teurer die offizielle Kopie eines Contents im Vergleich zu raubkopierten ist, desto mehr wird sich diese Art der nicht legalen Beschaffung halten. Und je mehr ein Konzern an einer Stunde Musik zu verdienen scheint, desto mehr Ausreden wird es geben, um nicht den vollen Preis bezahlen zu müssen. So kann man die beiden Studien lesen.
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