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29.06.2009Neben der Spur
Taglinger klickt neben der Spur

Twitter wird Kulturformel

Twitter wird zum Vorbild für einen Film von 140 Regisseuren, die 140 Sekunden lang...man ahnt das Konzept.

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Vorbei das Jahrhundert, in dem die 42 für die interlektuelle Schlagkraft eines Planeten stand. Heute müssen es 140 Zeichen sein, um sich in Twitter zu verewigen. Die 140 hat aber die Eingabezeile als Mass verlassen. Neueste Idee ist ein Film von 140 Regisseuren, die je 140 Sekunden das Zuhause von Menschen zeigen. Echt.

Das erinnert ein wenig an die Arbeiten von Peter Greenaway, aber es tut so, als würde man durch ähnliche formale Begrenzungen die Twitter-Generation beschreiben können. Dann wollen wir mal hoffen, dass die 10 fleissigen Twitterlein wirklich auch Menschen sind. Sonst könnte das Filmteam auch gleich 140 Küchenmaschinen filmen.

Gut, so richtig viel erfährt man derzeit über seine Zeitgenossen und deren Privatleben über Twitter auch nicht. Schon zirka 24 Stunden nach dem Tod der übriggebliebenen Teile von Michael Jackson hatten 30 Prozent der Tweeds nur noch ihn zum Inhalt. Das führt nicht wirklich weiter, will man mehr Privates erfahren. 140 Zeichen reichen dazu eh nicht. So wie 140 Sekunden. Dieser serielle Langweiler wird so viel Spuren hinterlassen wie ein Tag am Twitter-Stream. Aus dem Nichts in das Nichts.Vielleicht kommt dann die 42 sozusagend durch die Hintertüre wieder auf: Wir haben alle 140 angeschaut, wir wissen nur nicht mehr warum.

http://www.heise.de/tp/blogs/4/141167
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