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10.02.2010Neben der Spur
Taglinger klickt neben der Spur

Faszinierend: Wer kümmert sich eigentlich um die Archäologie von Festplatten

Wir gehen davon aus, dass ein Backup eine Sicherungskopie von Daten darstellt. Tut es auch. Momentan. Vermutlich nicht für die weitere Zukunft.

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Am besten man erzählt hier eine kleine Geschichte, um das Problem zu zeigen:

Schon schade, wenn - sagen wir - Jahrtausende nach der Explosion von diversen Massenvernichtungswaffen in Verbindung mit den Stürmen einer aufgeheizten Welt eine intelligente Lebensform in - sagen wir - dem ehemaligen Landsberg auf eine Gesteinsschicht stösst und dann etwas irritiert ein Schild mit der Aufschrift "Bäckerei" ausgräbt. Oder noch schlimmer: Es findet etwas, das viereckig ist, vermutlich einmal Energie brauchte und mit sehr wenig Zeichen beschriftet wurde.

Wie schön, wenn dann einer dieser Wesen schon einmal vor einem ähnlichen Fund stand, etwas wie Gom Pu Ta fiept und darauf hinweist, dass tatsächlich vor vielen Generationen Wissen auf solchen riesigen Maschinen gespeichert wurde. Was das dann nur heissen kann, das kann man sich vorstellen: Das Team hat einen Rechner aus dem 20. Jahrhundert und leicht später gefunden.

Vermutlich werden die Daten darauf aber nicht mehr lesbar sein. Und wenn, dann werden diese intelligenten Wesen rüsselschüttelnd feststellen, dass sie vielleicht mit Hunderten von merkwürdigen Darstellungen konfrontiert sind, die alle nur scheinbar nackte sogenannte Menschen bei einem Kopulationsvorgang zeigen. Pech, wenn man bei seinen Ausgrabungen auf den PC eines ehrbaren Bürgers steht, der wenige Hobbies und irgendwie gar keine Freude sonst im Leben hatte.

Vermutlich werden dann alle diese Ausgraber das Ding verächtlich wegwerfen und fiepen, dass es schon Nok Nok war, diese Vorgänger untergegangen zu wissen. Was soll man auch mit Wesen anfangen, die sich ständig nur um ihre eigene Fortpflanzung kümmern und dabei vergessen den eigenen Untergang zu verhindern. Oder zumindest der Nachwelt etwas Sinnvolles zu hinterlassen. Das andere Ding, das man von denen gefunden hatte, war ja auch über und über mit Schweinekram gespickt. Und sowas wollte dann ernst genommen werden. Den Satelliten hat man stillschweigend weiter ins All gejagt.

Was uns die kleine Geschichte sagen will: Wenn man schon die eigenen Daten so behandelt, als gäbe es auch in 1000 Jahren noch Windows und als ob es auf andern Sternen nur PCs geben könnte, dann darf man sich nicht wundern, wenn selbst die Mondlandung schon nicht mehr auswertbar ist. Es würde sich vielleicht lohnen, über einen allgemein verständlichen Backup von Wikipedia nachzudenken und diesen dann in Landsberg gut sichtbar zu vergraben.

http://www.heise.de/tp/blogs/4/147030
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