Spieglein, Spieglein im Gerät
Während die "Bild" und CNN nur Geld für die App als solche wollen, möchte "Der Spiegel" 2.99 pro digitaler Ausgabe.
Seit gestern im App-Store und schon länger laut Ankündigung von Kress Report verfügbar: Die App, mit der man nun den Spiegel auch online zu einem Preis von 2.99 EUR (und für 3.99 ab Ende März) kaufen kann. Die Verleger atmen auf. Seit der Einführung von CompuServe, wo einzelne Seiten 1994 noch ein Heidengeld auf dem Bildschirm kosten konnten, hat es so ein schönes Businessmodell für alles ausserhalb des Papiers nicht mehr gegeben.
Für die billigere Variante auf dem iPhone kann neben dem Preis auch geltend gemacht werden, dass man die Ausgaben nun komplett schon am Samstag haben kann. Ein Argument für Menschen, die dringend am Montag Morgen in die Runde rufen wollen, sie hätten schon alle Beiträge im neuen Spiegel gelesen. Auch die, die vergangene Woche bereits auf Spiegel Online erschienen waren. Gratis.
Die üblichen Fragen, ob man denn nun wirklich ein ganzes Magazin auf einem Telefon lesen wolle, das sei doch wie auf einem Toaster ins Büro zu fahren, sollte man zu bedenken geben: Es geht ja um das iPad, das laut Wunsch der Marketing Abteilung von Apple das Frühjahr versüssen soll. Oder um alle ähnlichen Geräte, die in Zukunft auf den App-Store und ähnliche elektronische Kioske zugreifen. Um nebenher den alten Gassenhauer "Content is free" auszuhebeln, braucht es eine genügend grosse Platform an Lesern mit solchen Geräten und dann den Willen, die alten Webseiten langsam auszuhungern. Die Einsparung von Papier, Druck- und Vertriebskosten wird einen leichten Verlust bei den Werbeeinnahmen ausbügeln.
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