Entfremdet digitale Kommunikation?
Eine Studie deutet an, dass der Einsatz von digitaler Kommunikation Menschen voneinander eher entfremdet als sie einander näher zu bringen.
Nichts ist so schnell übermittelt wie eine Email. Man könnte also vermuten, dass sich dadurch auch Verfasser und Empfänger näher kommen. Eine Studie in Michigan hat nun gegenteilige Erkenntnis gebracht. Es deute sich, so die Verantwortlichen dieser Untersuchung, eine Verdreifachung des Anteils an Untersuchten an, die niemanden zum Reden hätten, auch würde man einen Verfall von Empathie unten den Studenten feststellen, die sich den Fragen der Untersuchung stellten.
Für den ein oder anderen ist die Zeit vor dem Erfolg des Internets kaum noch vorstellbar. Allerdings lassen sich weite Teile der Studie nur indirekt auf die Einführung digitaler Medien in den Kommunikationsalltag zurückführen. Allerdings liegen die Zahlen der Paneluntersuchung verdächtig parallel zur Verbreitung von Email, Websites und Chat.
Und glaubt man der erwähnten Untersuchtung, dann wird es in den nächsten Jahren vermutlich erst einmal keinen Weg zurück geben, denn die Abwesenheit von Augenkontakt, um Vertrauen und damit Empathie zu sockeln, wird sich durch neue Dienste wie Google Voice für jedermann nicht gerade verringern. Oder aber es ist alles sehr einfach, und eben ein anderer Service eines nicht unerheblichen anderen Unternehmens wird genau dieses Problem schliessen.
Oder aber es gilt das alte Paradigma, dass Gutenberg nicht den Buchdruck erfunden hat, sondern der Bedarf einer Gesellschaft den Buchdruck durch Johannes Gutenberg. So suchen wir aus anderen Gründen den Abstand voneinander und sind froh, ihn durch digitale Medien erzeugen zu können.
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