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06.09.2010Neben der Spur
Taglinger klickt neben der Spur

Status ist Klicksache

Irgendwann muss ja nicht nur die Schufa darauf kommen. Scheinbar logisch könnte man ja vorhandene Daten über Durchschnittseinkommen und Schuldenstand via Geocoding darstellen. Da hat man Pech und wohnt falsch. Basta.

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Eigentlich sind blubbernde Banker wie Herr Sarazin Sarrazin (danke, traffic) mit ihren fremden Denkgenen schon arme Hunde. Sie müssen sich mit Vorurteilen behelfen, um Bücher zu verkaufen oder wenigstens die Aufregerpresse zu Überschriften zu überreden. Dabei gibt es doch Datenbanken, die das alles viel schöner erledigen. Einmal üble Parameter mit dem eigenen Namen verknüpft, und Sense mit Bürgerstand. Wie der geneigte Schuldner weiss, besitzt die Schufa eine herrlich für Selbstauskünfte nutzbare Sammlung an Informationen, die Google aussehen lässt wie einen Spielplatz mit bunten Bällen. Die sogenannte Bonität (zum Mitschreiben für Banker: Das ist das was Banken vom Staat vorgestreckt bekommen, und es hat nichts mit dem Guten im Menschen zu tun) errechnet sich dabei nicht nur aus genommenen und nicht zurück gezahlten Krediten. Einer der sorgsam abgewogenen Parameter ist auch der Wohnort. Wer nun einmal in einem Viertel mit sehr vielen Kreditnehmern wohnt, der besitzt eine hohe Wahrscheinlichkeit, ebenfalls Krediten zu brauchen. Und das führt dann bei Nutzern der Schufa Daten dazu, dass besagte Person vielleicht nicht sofort einen Kredit bekommt. Oder nicht einmal einen freien Support Mitarbeiter an der Hotline.

Die Schufa ist toll.

Es gibt freie Wald- und Wiesentools, die so etwas auch im Kleinen anbieten. iHood zum Beispiel (hier mit einem Beispiel) sagt dem Nutzer, ob eine gewisse Wohnadresse Rückschlüsse über einen gewissen Sozialen Status zulassen könnte. Sogar eine Abstimmung dazu ist vorgesehen. Vorbei sind die Zeiten, in denen man mal eben des bunten Kieztreibens wegen in eine dubiose Strasse ziehen konnte. Jetzt drehen einem in der Kneipe nach einem kurzen Online-Check alle die Schulter zu. Es könnte ja sein, dass man nur behauptet, ein gut verdienender Banker zu sein. Aber die Adresse klingt einfach irgendwie nach Kampfhundbesitzer und Goldkette.

Das ist bitter und macht einsam.

Wie gut, dass das Prinzip auch umkehrbar ist. Wenigstens ein Tool zeigt die übelsten Vermieter in New York an. Aber ob das wirklich aufwiegt, sei einmal dahin gestellt. Was hilft es einem, in einem solchen Gebieten zu wohnen, bei einem Bankkredit leer auszugehen und dann immerhin noch sagen zu können Hey, aber mein Vermieter ist wirklich so ein....

http://www.heise.de/tp/blogs/4/148320
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