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08.09.2010Neben der Spur
Taglinger klickt neben der Spur

o'klickt is

Die iPhone App "Wiesn" ist eine von 250.000 im App Store. Für manche wird sie in den kommenden Wochen ganz wichtig. Und damit liegt sie im Trend. Und der geht zu "Bic" Apps.

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Niemand kann allen Ernstes noch behaupten, er habe seinen Überblick im App Store behalten. Gerade weil Steve Jobs in seiner aktuellen Keynote stolz die Zahl von 250.000 Apps im App Store nennt, die bisher 5.6 Milliarden Downloads verzeichnen. Man stehe bei etwa 200 Downloads pro Sekunde. Und da kann keiner mehr mit. So haben Apps nicht mehr den klassischen Ansatz, über den Tag hinaus ein Werkzeug zu sein. Formulieren wir einen Trend, es geht hin zur Einmal-App. Meinetwegen darf sie auch zweimal benutzt werden. Auf jeden Fall kann man sie schnell aufbrauchen. Und das nicht erst beim nächsten Update oder weil ein besseres Produkt von der Konkurrenz auf den Markt kommt.

Derzeit steht in München ein Event an, das manche im Kampf gehen ihre Leber benutzen. Das Oktoberfest. Millionen Besucher werden wieder die Theresienwiese überschwemmen (manche leider auch allzu wörtlich) und können sich leicht einmal im Dampf der Bierzelte verloren vorkommen. Navigation ist angesagt, und Google Maps wird hier nicht weiter helfen. Also schauen wir in den App Store, was uns denn einen Ariadne Faden durch die Sauf- und Spassgassen spannen könnte.

Die Auswahl zu Wiesn im App Store Vergrößern
Die Auswahl zu Wiesn im App Store
Bild: Screenshot App Store

Unter anderem kann man neben Bier Rülpsern, einer Flirthilfe (hilfreich) und Bayerisch für Anfänger (braucht es nicht, Englisch für Australier oder Italienisch für Betrunkene würde die Zielgruppe eher umschreiben) eine Applikation finden, die Wissenswertes über die Wiesn anbietet. Sie heisst überraschenderweise "Wiesn" und wurde von Content-Profis zusammengesteckt.

Die Idee und deren Ausführung hat Larissa Vassilian unter Mithilfe von u.a. Anatol Locker schlaflos in München sein lassen. Heraus gekommen ist alles Wissenswerte über die Wiesn. Und Dinge, die man vielleicht gar nicht wissen will, wie die phonetisch korrekte und ähnlich wie der App Titel klingende Wiedergabe des bayerischen Ausdrucks für "Pinkeln".

Vor der Wiesn ist vorher mit "Wiesn". Vermutlich empfiehlt sich der Gang durch die Menus, bevor man zum ersten schlecht eingeschenkten Liter Bier schreitet. Spätestens nach der zweiten Maß dürfte die Handhabung einer iPhone App ein wenig schwerer werden. Und ein Fehlklick kann dann statt des Wörterbuchs die Frage nach der Kinderbetreuung lösen.

Apps wie "Wiesn" kosten weniger als der Schaum auf einem Wiesnbier und haben eine schnelle Verfallszeit. Sie sind damit ideale Vertreter dessen, was Apple mit dem App Store auf den Markt gebracht hat: Saisonale Contents für digitale Medien, die zwangsläufig nachgekauft werden müssen. So rollt der Rubel vor allem für Apple, und der Updatezyklus wandelt sich in eine "Choice of the Day". Mei, wenn's schee mocht, würde man jetzt in Bayern vielleicht sagen. Proscht!

http://www.heise.de/tp/blogs/4/148336
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