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28.09.2011Neben der Spur
Taglinger klickt neben der Spur

Brüder, zur Sonne

Eine neuer Chip von Intel braucht die Energie einer briefmarkengrossen Solarzelle. Ab an die frische Luft und los!

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Ach, wenn es doch nur der Prozessor wäre, der in einem Serverraum den Strom frisst wie Heu. Aber nein, es gibt Lüfter. Und Festplatten, die rotieren wie die Seuche und Lämpchen...und...aber immerhin: Es gibt jetzt auch - bald - Prozessoren, die angeblich nur den Strom einer briefmarkengrosse Solarzelle brauchen, um zu funktionieren. Jedenfalls findet diese Vorstellung von Intel schon Eingang in die Computerseiten der Tagespresse. Dann muss es stimmen. Alles wird gut.

Wie praktisch, denkt man sich, dann kann man bald Prozessoren per Post schicken (Briefmarke eins) und sie eingebaut an der Sonne betreiben (Briefmarke zwei). Wennd as so weit ist, werden alle ihre alten Computer wegwerfen und Green IT vom Feinsten umsetzen. Hoffen wir, dass Lampenlicht vor dem PC auch ausreicht, oder wir sitzen in Zukunft nicht nur wegen der Zigarette an der Frischluft. Und nachts wäre dann eigentlich eher Ruhe in der Schachtel, und nur noch Halma spielen angesagt. Das Konzept der Solarenergie hat ja ein paar Schattenseiten.

Nun soll man ja nicht immer wirr durch die Gegend rechnen und in Artikeln behaupten, dass das Internet in nun 20 Jahren so viel Strom braucht, wie wir heute weltweit schon verbrauchen. Vor allem, wenn es drei Jahre später immer noch 23 Jahre sind. Aber eine Suchanfrage auf Google frisst nun einmal so viel Strom, dass davon eine Energiesparlampe eine Stunde brennen könnte. Da helfen Briefmarken auf Prozessoren und die Verbesserung von Energieeffizenz in Lampen, Servern und Routern vorerst noch wenig. Menschen im Internet sind so umweltbewusst wie Menschen in Autos und neben Heizkörpern.

Die Gretchenfrage ist natürlich: Wie halten wir es mit dem Internet? Wozu brauchen wir es eigentlich? Glaubt man einer Befragung in den USA, dann haben Erwachsene vor allem ein Interesse. Sie wollen online wissen, wo es am besten zu saufen und fressen gibt. Bars und Restaurants sind die wichtigsten Informationsbits, die abgerufen werden. In den USA, unter Erwachsenen, mobil. Gut, in Bayern rennen sie derzeit einfach alle auf das Oktoberfest. Das spart Glühbirnen. Denn neue Kneipen sind böse. Tradition ist es nicht.

Und so gesehen haben wir natürlich alle ein riesen Energiesparpotential. Wir bleiben zu Hause, spielen Halma und hören endlich auf, energiefressende Kneipen aufzusuchen. So lange, bis die mit Solarzellen in der Grösse einer Briefmarke versorgt werden können.

Gsuffa.

http://www.heise.de/tp/blogs/4/150523
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