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27.02.2012Neben der Spur
Taglinger klickt neben der Spur

Es muss ja nicht immer Geld sein

Wenn man etwas bieten kann und etwas lernen will, dann geht das auch ohne Geld. Und mit 2Tangos vielleicht sogar sehr gut

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Manche Dinge sind so einfach, dass sie eigentlich waufhrund ihres simplen Ansatzes geradezu erschrecken. 2Tangos ist so einfach wie das Internet nur sein kann. Man tippt drei Dinge ein, die man gut kann und zeigen will. Also zum Beispiel "Reiten", "Lesen" und "Schwimmen". Dann tippt man drei Dinge ein, die man gerne lernen würde. Also zum Beispiel "Jonglieren", "Panzerfaust schiessen" und "Singen". Noch ein kleiner Klick und 2Tangos verspricht, Menschen zusammen zu bringen, die das können, was andere wollen. Und umgekehrt. Nun wird man nicht in jeder Stadt einen Menschen finden, der reiten kann und schiessen will, es sei denn die Stadt liegt in einem Krisengebiet. Aber der Ansatz hat schon einen beträchtlichen Charme.

Ähnlich einer Partnervermittlungsbörse, die ja eigentlich auch nur "Ich habe ein Geschlechtsteil und Sehnsucht" anbietet und dafür "ein passendes Geschlechtsteil und kann Sehnsucht stillen" sucht, werden Angebot und Nachfrage mittels einer Datenbank abgeglichen. Das tun herkömmliche Börsen auch, wobei der DAX sich wenig um Geschlechtsteile kümmert. Das besondere an 2Tangos ist, dass die Vermittlung ohne Geld auskommt. Der Service ist vorerst kostenlos, und da jeder dem anderen etwas beibringt und von ihm/ihr etwas lernt, kann der schöde Mammon draussen bleiben. Der ist ja eh nur erfunden worden, als Händler merkten, dass sie sich nicht einfach gegenseitig Ziegen andrehen konnten, sondern eine Zwischenwährung brauchten, um von der Ziege über Gold an Ziegenfutter zu kommen. Oder so ähnlich.

Der Charme datenbankgestützter Suche ist der komplette Wegfall des Zwischenhandels und der Zwischenwährung. Wenn es denn zwei im System auch ernst meinen. Denn ein "Ach, ich will gar nicht tanzen, ich hatte da aber so eine Idee mit Geschlechtsteilen" würde dem Service schnell ein nerviges Ende setzen. Aber so können zumindest die guten alten Biete&Suche-Rubriken aus Stadtzeitungen wiederbelebt werden. Und das sehr flott...wenn man denn weiss, was man sucht und was man kann...

http://www.heise.de/tp/blogs/4/151485
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