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Wie unmoralisch, anonyphone

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter kritisiert den Dienst anonyphone als "unmoralisch". Grund: die Vorratsdatenspeicherung werde damit unterlaufen. Im Westen nichts Neues...

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Der Bund Deutscher Kriminalbeamter kritisiert den Dienst anonyphone , weil dieser die Möglichkeit bietet, Handykarten (Prepaidkarten) ohne vorherige Identitätsfeststellung mittels Ausweiskontrolle zu erwerben.

Insbesondere kritisiert man, dass dadurch die Vorratsdatenspeicherung unterlaufen werden könnte. Da der BDK lediglich kritisiert, anscheinend aber keine rechtliche Handhabe gegen den Dienst hat, übt man sich in Platitüden wie "der Dienst ist unmoralisch und hat fatale Auswirkungen auf die Polizeiarbeit".

Wer auch immer bei der Polizei der Meinung ist, es gebe keinerlei Möglichkeiten, anonym Handys als auch Handykarten zu erwerben, scheint den Beruf verfehlt zu haben. Auf Flohmärkten gibt es beides, ganz ohne jede Identitätsfeststellung, weiterhin werden Handys sowie Karten gestohlen, getauscht, gebraucht verkauft usw. Zum Teil werden sie sogar samt Karten gespendet - z.B. für Menschen in Afrika. Es wird wohl niemand annehmen, dass so jederzeit die Identität jedes Mobilfunkteilnehmers noch nachvollziehbar ist.

Dass der Dienst nun scharf angegangen wird, ist allerdings keine Überraschung. Da die rechtliche Handhabe fehlt, übt man sich in Kritik, die gerade wieder mit den Begriffen "unmoralisch" aufwartet - damit sich dann einprägt, dass anonyphone unmoralisch agiert und die Strafverfolgung blockiert. Ein Rezept, das bisher immer gut funktioniert hat.

http://www.heise.de/tp/blogs/5/102501
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