Jugendschutz im Internet - die virtuelle Supernanny
Warum können eigentlich Kinder einen Internetzugang bekommen?
Alle Jahre wieder - könnte man sagen. Das Thema Jugendschutz für das Internet/das Videohandy usw. ist immer wieder auf der Tagesordnung und meist wird dann entweder die Einführung von Internetfiltern auf Seiten der Provider, von mehr Altersbeschränkungen etc. gefordert. So ist denn auch die Forderung von Bayerns Familienministerin Christa Stewes nach [http://www.heise.de/newsticker/meldung/103249">kindersicheren Internetzugänge] nichts Neues.
Frei zugängliche gewaltverherrlichende, rechtsextremistische oder pornographische Inhalte hätten im Internet nichts verloren, so Frau Stewes. Und da das Ganze spätestens an deutschen Grenzen endet und sich die ausländischen Seiten nun wirklich nicht um den deutschen Jugendschutz kümmern, sollen die Provider einmal mehr eingreifen. Im Endeffekt laufen solche Forderungen darauf hinaus, dass entweder nur noch mittels eindeutiger Identifikation das Internet zugänglich wird oder aber alle Seiten vorgefiltert werden. Oder beides.
Warum bei all den Überlegungen nie eine Rolle spielt, dass der Vertrag, der dem Internetzugang zugrunde liegt, von Geschäftsfähigen (also keinesfalls Kinder) abgeschlossen werden und somit die Verantwortung bei diesen liegt, bleibt aussen vor. Zwar kommen ab und an Forderungen nach mehr Medienkompetenz für die Eltern, doch meist sollen die Provider das richten, was Eltern nicht mehr schaffen. Der Staat als Supernanny, der dann nicht nur Sendungen wie "Deutschland sucht den Superstar" verbieten will, um die Jugend zu beschützen, sondern der auch gleich noch die Erwachsenen ebenfalls vor sich schützen soll - wenn es heisst, dass gewaltverherrlichende Spiele am besten ganz verboten werden sollten, damit es für Kinder und Jugendliche keine Möglichkeit gibt, diese zu erwerben.
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