In den Niederlanden werden fleißig Daten von Kindern und Jugendlichen gesammelt - so soll misshandelten oder vermissten Kindern schneller geholfen werden. 1.185 Datensätze sind pro Kind anzulegen.
Wenn es um die Kinder geht, machen Staaten keine halben Sachen. Die einen setzen Websperren durch, die anderen finden Bootcamps für Problemkinder klasse, die nächsten sagen sich: Datensammeln schadet ja nie.
So auch die Niederlande, die zur "Jeugdgezondheidszorg" gleich mal dreißig Seiten an erforderlichen Daten über Kinder und Jugendliche entworfen haben. Wer sich durch das lange Pdf-Dokument durchquält, der vermisst eigentlich nur noch die Nasenvermessung, denn neben den reinen Adress- und Namensdaten ist der Hunger nach Informationen über das Kind groß. Wie war die Lage bei der Geburt? Gibt es Probleme mit Haut, Haaren und Nägeln wie Schimmel oder Akne? Wie weit sind die Genitalien entwickelt, wie sehen die Haare rund um die Genitalien aus (gekräuselt, glatt)? Wie sieht das Skrotum aus, wie sehen beim Mädchen die Schamlippen aus? Ist in der direkten Umgebung sexuelle Misshandlung zu erwarten, körperliche Misshandlung?
Auch Religionszugehörigkeit, Risikofaktoren der Eltern (langjährige Arbeitslosigkeit, psychische Probleme innerhalb der Familie) oder die Frage, ob die Mutter beschnitten ist bzw. aus einem Land kommt, in dem viele Frauen beschnitten werden, fehlen nicht.
Aber was tut man nicht alles, um die Kinder zu schützen. Bei solcher Datensammelwut bleibt dann nur zu hoffen, dass nicht irgendwann ein Regime entsteht, das die Daten zu nicht so guten Zwecken, dezent gesagt, zu nutzen weiß. Aber das kann ja heutzutage nicht mehr passieren, das haben ja alle gelernt...
|