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Twister schreibt

It´s a cruel cruel world...

Nur wer arbeitet, soll auch essen...

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Endlich ist es soweit - Feierabend. Oder besser: Feiermorgen. Es ist fast 5 Uhr morgens und neben mir steht ein Glas mit einem halbvollem Cocktail. Oder sagt man: ein halbvolles Cocktailglas? Ich denke, ich sollte über dieses Problem nachdenken. Es ist so schwer, sich wirklich gut auszudrücken, wirklich gewählt. Und das bedeutet so viel. Fast so viel wie die Farbe meiner Schuhe, meiner Strümpfe und meiner Hemden. Ich sage gerne, dass ich dies alles jetzt geschafft habe, dass ich weiß, was richtig und was falsch ist, was gut aussieht und was mich nur dumm erscheinen lässt. Noch dümmer als ich bin, als ich denke zu sein. Oder heißt es: als ich zu sein denke? Es ist schwer, sich in einem solchen Moment daran zu erinnern, was nun wirklich wichtig ist oder für mich wichtig ist.

Vielleicht sollte ich zuerst erzählen, wer ich bin? Aber wäre das nicht auch schon egozentrisch, arrogant? Aber andererseits: warum sollte ich nicht arrogant sein? Ich habe es geschafft, ich bin wer, ich bin geachtet, akzeptiert, ich bin ich. Es hat lange gedauert, bis ich dies geschafft habe. Unmengen von Therapien, deprimierenden Selbstzerfleischungen, Selbstmordversuchen, Süchten, Versagen... oft habe ich es nur mit Hilfe anderer geschafft, hätte mich selbst nie aufraffen können. Aber schon zu der Zeit war ich "jemand", waren da Leute, die mir halfen, weil sie dachten, ich sei "jemand". Und dies ging weiter - bis ich von einem "Ganz unten" über "Ganz oben" über "Weiter unten" zu "Ganz ganz oben" gelangte. Heutzutage kann ich es mir leisten, in einem eleganten weißen Anzug herumzulungern. Egal, wie dick ich bin, egal, ob ich Sebastian ähnele, was ich nie tun werde. Dennoch lese ich das Buch über ihn und die Schlaginstrumente, über die Kinder dort und Sebastians Schicksal, auch wenn ich es nicht verstehe.

Ich mag es einfach, dieses Buch von Williams bei mir zu tragen, daraus vorzulesen, mich in "Wolf's Head" zu bewegen. Ich schreibe gerne etwas zum Thema "Nur wer arbeitet, soll auch essen", und ich schreibe jetzt ein paar Zeilen, während die Sonne auf mich herabscheint und ein paar kleine Jungen mir die Schirme halten. Es ist wichtig, dass jemand, der Geld erhält, auch etwas dafür tut, etwas arbeitet, sich nicht dem Müßiggang ergibt. Arbeit bedeutet Leistung oder auch deren Entgelt. So ist es einfach in der Welt, und es wäre schlimm, wenn Menschen dies nicht verstehen. Ich mache mir sehr viele Gedanken darüber, wie Menschen, die nichts tun, überleben sollten oder sollen. Ich persönlich habe nicht viel Mitleid mit ihnen. Nicht wirklich. Jeder sollte etwas tun, um der Gesellschaft zu dienen, finde ich, jeder... ich werde morgen weiter darüber nachdenken.

Viele dieser Kinder laufen nun um mich herum, ich höre Trommeln. Und das Wort "travailler". Und ich fühle die Bisse und mein Anzug färbt sich rot. Ich hoffe, meine Freundin heißt nicht Catherine.

http://www.heise.de/tp/blogs/5/147058
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