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Twister schreibt

Film vs. Leben oder: Verfassungsbeschwerde gegen elektronischen Entgeltnachweis

Ach, wäre das Leben nur ein Film... aber statt einer hübschen Vampirbraut ist Elena bei uns leider nur vom Namen her hübsch.

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Elena ist hübsch, sexy, selbstbewusst und Ungemach droht ihr lediglich durch ein paar rachsüchtige bzw. dauerlechzende (wahlweise nach Blut und Liebe) Vampire. Soweit jedenfalls der Film bzw. die Serie "Vampire Diaries".

In der schnöden bundesdeutschen Wirklichkeit sieht dies leider anders aus. Die Elena, die hier ihr Haupt hebt, hat eher die Frisur der Medusa und lässt all ihre Schlangen nach ganz vielen Daten schnappen. Wie es sich aber für das politische Entertainment gehört, das sich durch ernste Anliegen keineswegs auf Null reduzieren lassen muss, gibt es hier quasi mit vertauschten Rollen die Vampire (dargestellt vom AK Vorratsdatenspeicherung), die Elena nicht etwa für sich wollen, sondern mit entschlossener Stimme sagen: "I hope Elena dies...". Hoffnung beziehen sie dabei unter anderem durch den Zauberspr... verzeihung, das Urteil der Karlsruher Richter zur Vorratsdatenspeicherung.

"Mit dem Urteil zur Vorratsdatenspeicherung von Kommunikationsdaten hat das Verfassungsgericht erst kürzlich klar gemacht, dass von anlasslosen Datensammlungen eine große Gefahr für Gesellschaft und Demokratie ausgeht."

"Übermittelt und auf Vorrat gespeichert werden sensibelste Daten von zig Millionen unverdächtiger Bürger. Diese Daten werden in den allermeisten Fällen nicht einmal benötigt - das Missbrauchsrisiko hingegen ist enorm. Wir gehen davon aus, dass das ELENA-Verfahren insgesamt verfassungswidrig ist. Die Bundesregierung muss das Verfahren sofort stoppen!",

so heißt es jedenfalls in der entsprechenden Pressemitteilung. Und auch wenn abzuwarten bleibt, ob die Richter Elena ebenfalls als eine Umsetzung einer anlasslosen Datenspeicherung ansehen, ist erneut die Möglichkeit gegeben, sich schnell und einfach an der Verfassungsbeschwerde zu beteiligen.

Ach, wäre das Leben doch manchmal wie im Film, dort gibt es mittlerweile nämlich die zarten Bande zwischen Elena und den Hauptvampiren. Im richtigen Leben wäre man schon froh, wenn sich die Protagonisten hinter Elena und Co. einmal mit den Kritikern auseinandersetzen würden und Dinge wie Datensparsamkeit erst dann wieder beachten, wenn sich genug Menschen finden, die protestieren. Und so kommt es dann auch, dass Politiker die Initiatorin der Petition gegen Netzsperren fragen, ob diese denn im Vorfeld des Gesetzes versucht hat, mit Politikern Kontakt aufzunehmen. Ich bewundere Franziska Heine dafür, dass sie in diesem Moment nicht dem Sarkasmus nachgegeben hat und sagte: "Verdammt nein, tut mir leid, danke für diese geniale Idee."

http://www.heise.de/tp/blogs/5/147259
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