w
Twister schreibt

Informiere Dich mal über sexuelle Gewalt, Mädchen

Die Amis mal wieder, die haben eh' eine Klatsche... so könnte man denken, dabei ist der aktuelle Fall zum Thema "Kinderpornographie" eine Warnung auch für diejenigen, die in Europa die Strafvorschriften in diesem Bereich sinnfrei verschärfen.

  • drucken
  • versenden

Manch einem erscheint es skandalös, wenn jemand, der mit kinderpornographischem Material erwischt wurde, nicht sofort "einen Kopf bzw. Schwanz" kürzer gemacht wird. Gepaart mit Hilflosigkeit feiern die niederen Racheinstinkte fröhliche Wiederauferstehung und fördern Phantasien zutage, die jedem Gewaltporno-Regisseur das Drehbuch versüßen würden. Dabei bleiben nicht selten die Problematiken der immer rigideren Regelungen zum Thema Kinderpornographie auf der Strecke, jeglicher Einwand wird als Befürwortung oder zumindest Relativierung des Themas gesehen, welches spätestens seit Frau von der Leyen untrennbar mit den Bildern von "zerfetzten Unterleibern von Säuglingen" verknüpft ist.

Welche Auswüchse die oft geradezu sinnfreie Gesetzeslage zum Thema haben kann, sieht man derzeit erneut in den USA. Dort erleben schon seit längerem Pärchen unter 18 Jahren, die sich ihrer Sexualität nicht schämen und die die Auslebung der Sexualität auch per Handy oder Kamera festhalten, was es heißt, wenn Kinderpornographie auch bedeutet, dass zwei Kinder/Jugendliche beim Geschlechtsverkehr zu sehen sind. Oder nur eine Person in freizügigen Posen.

Im jüngsten Fall geht es um eine 17-Jährige, deren Handy nicht nur vom Schulrektor konfisziert, sondern auch einer näheren Betrachtung unterzogen wurde. Die "freizügigen Posen" der Schülerin regten den Rektor anscheinend so auf, dass er die Strafverfolgung einschaltete. Die Staatsanwaltschaft erwog eine Anzeige wegen Kinderpornographie, stellte diese jedoch mit der Maßgabe ein, dass die Jugendliche einen Kurs zum Thema "sexueller Gewalt" (sexual violence and victimization) besuchen musste. Die heute 19-Jährige klagt nun wegen Verletzung ihrer Privatsphäre, vertreten wird sie durch die American Civil Liberties Union.

"An adult would go to prison for this. If you take the photo, you've committed a crime. If you send the photo, you've committed a different crime, but essentially the same crime." - So lautet der Tenor derjenigen, die dieses Verfahren als richtig betrachten.

http://www.heise.de/tp/blogs/5/147675
>
<

Darstellungsbreite ändern

Da bei großen Monitoren im Fullscreen-Modus die Zeilen teils unleserlich lang werden, können Sie hier die Breite auf das Minimum zurücksetzen. Die einmal gewählte Einstellung wird durch ein Cookie fortgesetzt, sofern Sie dieses akzeptieren.

Cover

Mensch+

Upgrade-Revolution für Homo sapiens
Das neue Telepolis-Special

Ein neuer Bundespräsident?

Wulff will aussitzen, aber die Geduld ist am Ende. Soll er endlich, aber schnell seinen Hut nehmen?

abstimmen

Humanitäre Intervention als propagandistischer Normalfall

Peter Mühlbauer 20.10.2009

Interview mit Christoph Kampmann zur Geschichte eines Phänomens

In den letzten zwanzig Jahren begannen militärische Auseinandersetzungen mehrfach als "Humanitäre Interventionen". Der Historiker Christoph Kampmann hat entdeckt, dass die für solche Eingriffe eingesetzten Argumentationen nicht erst in der Ära nach dem Kalten Krieg entstanden, sondern weitaus früher zum Einsatz kamen.

weiterlesen
bilder

seen.by


TELEPOLIS