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Wer gewinnt die Goldene Palme?

Der erstaunliche Abenteuerfilm "The Good, the Bad, the Weird" und der Showdown in Cannes

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Nicht die Nazis sondern die Japaner sind die Schurken in diesem Film, einen Schatz gibt es auch, aber keine Aliens, und auch sonst kann "The Good, the Bad, the Weird" auf Esoterik-Schmarrn verzichten. Der Film außer Konkurrenz im Wettbewerb von Cannes, stammt vom Koreaner Kim Jee-won, der vor drei Jahren an gleicher Stelle mit "A Bittersweet Life" begeisterte.

"The Good..
"The Good?..

Er spielt in den 30er Jahren in der Mandschurai: Die Leute reiten auf Pferden und haben Hüte und Schießeisen wie im US-Western, aber es gibt auch Motorräder und wenige Autos. Den Hintergrund bildet der japanische Imperialismus und Besatzung Koreas und die koreanische Unabhängigkeitsbewegung. Aber die Hauptsache ist die Dynamik dieses Unterhaltungsfilms, der bestimmte Klischee-Situation des Western - den Zugüberfall, Salonszene, Verfolgungsritte, finaler Showdown - glänzend inszeniert und zugleich mit Neuem anreichert.

..the Bad?...
..the Bad?...

Zum Showdown kommt es heute Abend auch im Wettbewerb um die Goldene Palme. Ein klarer Favorit hat sich bisher nicht nach vorn geschoben, es gibt starke Filme, aber keinen Film, auf den sich alle Beobachter einigen können. Stark und sehr ausgeglichen präsentierte sich die Auswahl. Aber es gab keine Filme, die das Kino wirklich neu erfanden, keine Experimente, auch keine Skandale oder Provokationen, wenig, das voraus wies in die Zukunft des Mediums. 2008 war kein Jahr der Innovation - da hatte man hier schon andere Jahrgänge erlebt.

..the Weird?"
..the Weird?"

Wie jedes Jahr vibriert nun das Spiel der Spekulationen: Da Jurypräsident Sean Penn politische Stoffe schätzt, könnten der Italiener Matteo Garrione mit dem Mafiadrama "Gomorra" Chancen haben. Das würde auch zu der Vermutung passen, von Penn sei eine Verbeugung vor dem europäischen Kino zu erwarten. Also die Dardenne-Brüder? Kaum einer glaubt, dass der Franzose Arnaud Desplechin völlig leer ausgeht, dessen "Un Conte de Noel" der künstlerisch mit Abstand beste Film war, und in den Kritikerlisten sehr gut abschneidet. Oder doch Clint Eastwood? Am gewagtesten und schon für Mut und Einfallsreichtum preiswürdig ist der Philippino Brillante Mendoza, dessen "Serbis" nur in einem einzigen Haus spielt und überaus virtuos von einer Familie handelt.

Nachdem "Synecdoche, New York", das glänzend besetzte Debüt des Drehbuchautors Charlie Kauffmann ebenso wie Wenders "Palermo Shooting" enttäuschte, laufen bis morgen noch zwei Filme im Wettbewerb: "Entre Les Murs" vom hoch gehandelten Franzosen Laurent Cantet und Eric Khoos "My Magic" aus Singapur.

http://www.heise.de/tp/blogs/6/108423
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