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Nachrichten aus Kultur und Medien

"Die Medien sind eine Macht, die nicht nur von der Konfrontation leben"

Die mediale Zukunft Frankreichs in der Vision Sarkozy

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Frankreich braucht Medienunternehmen mit internationalen Dimensionen, die es mit Murdoch und Giganten ähnlicher Größe aufnehmen können, visioniert der französische Präsident heute in einem Interview mit der Tageszeitung Le Monde.

Die Fragen der Le Monde-Journalisten zielen auf heikle Punkte der umstrittenen Pläne Sarkozys zur Reform des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, France Télévision, ab. Er würde sich in der Medienpolitik mehr einmischen als die früheren Präsidenten, behauptet die Zeitung und fragt mehr oder weniger deutlich danach, wie dies mit demokratischen Prinzipien zu vereinbaren sei.

Ob seine Pläne, die vorsehen, Werbung für die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender zu verbieten, nicht den Privatsender TV1 sehr begünstigen würden? Sarkozy entgegnet, dass er den französischen Medienunternehmen größere Freiheiten einräumen will, er wolle ein wirtschaftliches Modell entwickeln, das es den großen Unternehmen gestatte, "unabhängig zu sein". Sie sollten konkurrenzfähig sein: Das größte französische Medienunternehmen, die Gruppe Lagardère, habe keinen Fernsehsender und Bouygues - Mutterkonzern des Fernsehsenders TF1 und dadurch auch anderer Kanäle wie Eurosport – keine Presseerzeugnisse. Canal + gebe es nur in Frankreich. Damit könne man international nicht konkurrieren.

Im übrigen sei die Idee, die öffentlich rechtlichen TV-Sender Frankreichs von Werbung freizuhalten, eine Idee der Linken, die dies seit zwanzig Jahren forderten. Die Demokratie würde dadurch nicht infrage gestellt werden, wenn er mehr Europa, mehr über Umweltthemen und mehr Wissenschaft im Programm der öffentlich-rechtlichen Kanäle fordere.

Zudem betonte Sarkozy, dass er den von vielen kritisierten Vorschlag, als Staatspräsident den Kandidaten für den Chefposten von France Télévision zu benennen, "nicht annormal" fände, zumal die Kandidatur dann noch von der Medienaufsichtsbehörde Conseil supérieur de l’audiovisuel sowie von "Parlamentskommissionen" bestätigt werden müsse.

Auch wenn Le Monde es problematisch findet, dass der Präsident bei den Medien in einen Bereich stärker eingreifen will, der imgrunde ein Gegengewicht zur Macht stellen soll, Sarkozy hat auch hier eigene Anschauungen:

"Ich widerspreche der Idee von der 'Gegen'-Gewalt: Die Medien sind eine Macht, die nicht nur von der Konfrontation leben."

http://www.heise.de/tp/blogs/6/112900
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