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"Sehr kreativ und mit Multimedia"

Die Hälfte der Amerikaner wechselt mindestens einmal im Leben ihre Religionszugehörigkeit und offensichtlich auch die Ansichten über die "einzig wahre und richtige" Religion.

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"Sie ist sehr kreativ, verfügt über Multimedia und viel Humor und ist mehr im Hier und Jetzt als andere." Was wie ein blasser Text aus einer Castingshow klingt, ist die Beschreibung einer Amerikanerin, die ihre neue Konfession lobt und preist. Sie tut das im Zusammenhang mit einer Pew-Studie, die dem Konfessionswechselverhalten unter US-Bürgern nachspürt: Changes in Religious Affiliation in the U.S.. Die Studie folgt jener Pew-Untersuchung nach, die im letzten Sommer ans Licht brachte, dass in den USA 92 Prozent der Menschen an Gott glauben und auch der Glaube an Wunder, Engel und Dämonen dort weit verbreitet ist (siehe God's Own Country).

Mit solchen spektakulären Einsichten glänzt die aktuelle Studie nicht, aber ein paar Einsichten zur religiösen Einstellung der US-Bürger sind schon dabei. Dass sie launische Konsumenten der Religion seien, zum Beispiel. Dieses Fazit stellt ein Bericht der LA-Times auf. Grundlage sind die 50 Prozent Amerikaner, die in der Umfrage angegeben haben, dass sie ihre Konfession mindestens einmal im Leben gewechselt haben. 28 Prozent unter ihnen haben sich einer völlig neuen religiösen Richtung angeschlossen, beispielsweise Christen, die zu Buddisten wurden.

Die Antworten der 2.800 befragten Amerikaner zeigten darüberhinaus, dass das Alter, in dem sie den in der Kindheit anerzogenen Glauben ablegten, im Durchschnitt bei 24 Jahren lag. Und es ist eben fast so wie bei einer Partner/Jobsuche, wenn viele unter den wenigen Erwachsenen (insgesamt 16%) , die sich noch keiner Konfession angeschlossen haben, erklären, dass sie aber offen sind für die eine Richtige (Religion), die noch kommen kann.

Juden und Muslime waren nicht unter den Befragten, weil der Prozentsatz derjenigen, die von einer Konfession zur anderen konvertieren, bei diesen beiden Glaubensgruppen so klein ist, dass keine verlässlichen Ergebnisse zu erwarten waren. Die Studie konzentrierte sich demnach auf Katholiken, Protestanten und Konfessionslose.

Möglicherweise könnte der Protestantismus den Mehrheitstatus in den Staaten verlieren, er liegt derzeit bei knappen 51 %. Das mag, so der Christian Science Monitor, zum Teil an der Immigration liegen, aber ganz sicher auch an den 13% Abwanderern. Von denen, die protestantisch aufgewachsen sind, bleiben 80 Prozent protestantisch. 52 % davon sogar in der Kindheitsfiliale ihres Glaubens. 28 Prozent wechselten zu einer anderen protestantischen Gruppierung, 3 Prozent liefen zu den Katholiken über und 4 % zu anderen Konfessionen. 40 Prozent der Protestanten gefiel die Atmosphäre beim Gottesdienst nicht.

Fürs Barocke und Ausschweifende zugängliche Katholiken dürften dies nachvollziehen können, in den USA ruft diese Minderheitsreligion allerdings auch einige Kritik hervor. Dem Katholizismus bleiben nur 68 Prozent treu, 15 Prozent war der Protestantismus lieber, 14 Prozent die Konfessionslosigkeit und 3 Prozent wanderten weiter zu anderen Religionen. Als Grund für ihre Abkehr nannten die Ex-Katholiken öfter die Einstellung der katholische Kirche zur Empfängnsiverhütung und zur Homosexualität. Demgegenüber wechselten die Protestanten öfter innerhalb der protestantischen Kirche, weil sich Lebensumstände - Partner und Wohnort - geändert hatten.

In den letzten beiden Jahrzehnten wuchs vor allem die Gruppe der Konfessionslosen, was aber nicht heißt, dass sie weniger religiös wären. 40 Prozent der Konfessionslosen gaben an, dass Religion eine irgendwie wichtige Rolle in ihrem Leben spielen würde.

http://www.heise.de/tp/blogs/6/136908
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