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Nachrichten aus Kultur und Medien

Suchmaschine für ultraorthodoxe Juden

Samstags sind die Online-Shops geschlossen, ansonsten kann nur gefunden werden, was erlaubt ist.

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Während die einen Internetsperren verfügen oder planen, sperren sich die anderen im Internet selbst ein, um sich vor der bösen Online-Welt zu schützen. So gibt es seit dem Wochenende eine koschere Suchmaschine in hebräischer und teilweise englischer Sprache mit dem Namen Koogle, die ihren Benutzern versichert, nichts zu finden, was strenggläubigen Juden verboten oder für diese anstößig ist.

Zwar ist oft die Versuchung erst der Beweis für religiöse und moralische Standfestigkeit, aber Koogle will seine ultraorthodoxen Benutzer erst gar nicht in Versuchung bringen und sperrt nicht nur sexuelle Inhalte und Anstößiges, sondern auch den Zugang zu Produkten, die nicht gekauft werden sollen wie Fernsehgeräte, oder an Samstagen den zu Online-Shops, weil da Einkaufen ebensi wie Arbeiten verpönt ist.

Die ultraorthodoxen Rabbiner hätten die Entwicklung einer solchen religiös korrekten Suchmaschine gewünscht, damit die Gläubigen auch ungefährdet surfen können, um wichtige Dinge oder Informationen zu finden. So sollen auch überhaupt Fotos von Frauen den Surfenden nicht zu Gesicht kommen, da die meisten als unanständig gelten, meinte der Betreiber von Koogle gegenüber Reuters. Eine Suche nach Bildern soll somit automatisch nur die zulässigen zeigen. Unabhängig davon, wie gut die Filtermechanismen sein mögen, die die religiös begründeten Verbote umsetzen sollen, so sind solche weltanschaulichen Brillen zur Selbstzensur doch seltsame Krüken. Man könnte schließlich annehmen, dass diejenigen, die fest in ihrem Glauben verwurzelt sind, dann halt einfach überhaupt nicht nach ihnen verbotenen Dingen suchen oder sie am Samstag halt nicht online shoppen. Vermutlich geht es dann doch mehr um Kinder und Jugendliche, die man vor der nicht religiös korrekten Welt einschließen will.

http://www.heise.de/tp/blogs/6/140442
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