Langes Pauken verbessert die Leistungen nicht unbedingt
Südkoreanische Schüler lernen doppelt so lange wie die finnischen, die aber die besseren Leistungen bringen.
In Südkorea scheint es die fleißigsten Schüler zu geben. In den Pisa-Tests lagen die südkoreanischen Schüler bei der Lesekompetenz und der Mathematik zwar mit an der Spitze, bei Naturwissenschaften schnitten sie überdurchschnittlich ab. Besser sind freilich etwa die finnischen Schüler, die aber weniger Zeit für das Lernen verbrauchen.
Junge Südkoreaner im Alter zwischen 15 und 24 Jahren sollen, berichtet die Korea Times, in der Woche fast 50 Stunden mit Lernen verbringen, fast 16 Stunden mehr als ihre Altersgenossen im Durchschnitt der OECD Länder, die dafür 34 Stunden aufwenden. Das sind täglich 7 Stunden und 50 Minuten, im OECD-Durchschnitt sind es etwa 5 Stunden. Allerdings verbringen auch die Finnen mit täglich 6 Stunden und 6 Minuten mehr Zeit mit dem Lernen als der Durchschnitt. Die japanischen Schüler wenden 5 Stunden und 21 Minuten, deutsche und US-amerikanische hingegen nur die durchschnittlichen 5 Stunden auf.
Bei den 15-jährigen Schülern, die für PISA-I getestet wurden, wird der Unterschied noch frappanter. Während die finnischen Schüler täglich 4 Stunden 22 Minuten lernten, büffelten die südkoreanischen das Doppelte – und blieben dennoch hinter den Finnen.
Das lange Büffeln der Südkoreaner verbessert also nicht unbedingt die Leistungen, es hat auch direkte Nachteile. So schlafen die südkoreanischen Schüler über eine Stunde weniger in der Nacht als die britischen, finnischen oder amerikanischen. Und sie betreiben täglich gerade mal 13 Minuten Sport.
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