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Fantasy-Filmfest-Blog – 1. Tag: Der Eröffnungsfilm

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Im Kino wird es kälter – die Klimaanlage ist herunter gedreht worden. Das gab es als Trick bereits bei der Pressevorführung von Roland Emmerichs „The Day after Tomorrow“. Beim Eröffnungsfilm des 23. Fantasy-Filmfestes in Berlin, in dem es darum geht, dass eine Grippe-Epidemie beinahe die gesamte Menschheit ausrottet, hat es einen anderen Effekt: Die Zuschauer fangen an zu schniefen und zu husten – während vorn auf der Leinwand vor jedem Kontakt mit Infizierten gewarnt wird.

Da sich „Carriers“ dann aber trotzdem als ein recht mittelmäßiger Endzeit-Film darstellt, ist dieses Gimmick ganz erheiternd. Letztlich wird mit dem Film für die Generation 20+ ein Genre aufbereitet, das durch die Zombie- und Endzeitfilme von Ende 1960er- bis Ende der 1990er-Jahre eine erste große Filmwelle verursacht hat. Und so finden sich in „Carriers“ Allusionen von den Zombie- und Seuchenfilmen Romeros, über Dystopien wie „Dark City“ bis hin zum Neo-Zombie-Spektakel „28 Days later“. Alles auf- bzw. abgepeppt mit ein wenig „The Road“-Ästhetik.

Erstaunlich ist die Zahmheit, mit dem das alles inszeniert ist – „Carriers“ verzichtet auf Blut und Sex und schickt seine jungen Protagonisten auf eine lange und langsame Reise durch die US-amerikanischen Einöden. Fast möchte man meinen, der Film verdoppele emblematisch noch einen anderen Zustand dieser Generation: dass, egal, welches Ziel man hat (hier ist es das Meer), sowohl der Weg dorthin als auch das Ziel selbst eigentlich nur ein Vorwand sind, der seichten Existenz eine Pointe zu verpassen.

Übrigens: Unter den Trailern der Filme, die auf dem diesjährigen Fantasy-Filmfest gezeigt werden, befindet sich auch einer zu „The Descent 2“. Den Film, der sich gar nicht in der Programm-Schedule befindet, hätte man lieber darin platzieren sollen, als dieses ominöse „Sneak Preview“ am Dienstag Abend ...

http://www.heise.de/tp/blogs/6/143729
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