Michael Moore gegen Westerwelle, Oliver Stone über Lafontaine?
Europa im Visier linker US-Dokumentarfilmer? Gerüchte um neue Projekte
Michael Moore gegen Guido Westerwelle - womöglich wird dies die Konstellation des neuen, noch titellosen Filmprojekts von Michael Moore. Gerade erst hat Moore seinen neuen Film, die Anti-Kapitalismus-Doku Capitalism: A Love Story beim Filmfestival von Venedig vorgestellt, da gibt es unter den anwesenden Filmjournalisten bereits wilde Spekulationen darüber, was er wohl als nächstes drehen wird. Wie aus Moores Umfeld in Venedig verlautete, denkt Moore dabei auch über einen Dokuessay über die "Gefolgsleute des Kapitalismus" in Europa nach, besonders in Deutschland. Außer in England gebe es in keinem Land des Westens so viele Anhänger von Neoliberalismus und Deregulierung, wie in Deutschland, heißt es. Gerade Guido Westerwelle und die FDP seien blinde Gefolgsleute der amerikanischen Wirtschaftspolitik.
Italienische Quellen widersprachen allerdings dieser Einschätzung. Sie meinten, Moore würde wohl eher einen Film über Italiens Premierminister Silvio Berlusconi drehen. "Berlusconi, für den hätte keiner stimmen dürfen", hatte Moore bereits bei der Pressekonferenz in Venedig erklärt.
Auch um Oliver Stone gibt es Gerüchte: Die einen bestehen darauf, er werde sich nach "South of the Border", seiner Dokumentation über die lateinamerikanische Linke, jetzt ganz auf die Fortsetzung seines Erfolgsfilms "Wall Street" konzentrieren. Zugleich scheint es nicht wenigen, dass Stone, der schon immer mit "JFK", "Nixon" und "W." einen Hang zur Dokufiction um die Mächtigen Amerikas besaß, Geschmack an den Polit-Dokus gefunden hat, die er zuletzt drehte. Nach seinem Arafat-Film "Persona non grata" und den beiden Fidel-Castro-Interviewfilmen "Commandante" und "Looking for Fidel" heißt es in amerikanischen Journalistenkreisen, Stone wolle nun einen Film über die europäische Linke drehen, über diejenigen, die bereits vor Ausbruch der Bankenkrise 2008 gegen Neoliberalismus und Deregulierung gekämpft haben.
Eine Hauptfigur des neuen Stone-Projekts soll offenbar der ehemalige deutsche Finanzminister "Oskar Lafontaine" werden. Er habe, bereits lange bevor es Mode wurde, Widerstand gegen Globalisierung und die Politik des Weltwährungsfonds geleistet. Als "Napoleon von der Saar" sei Lafontaine auch vielen Amerikanern ein Begriff, heißt es aus den gleichen Quellen.
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