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Atheisten haben gute Chancen in Online-Kontaktbörsen

Nach einer Auswertung von ersten Kontakten sollten Suchende "hi" als Anrede, "sexy" oder "god" besser vermeiden.

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Online-Kontaktbörsen sind nicht nur ein bequemer Weg, neue Freundschaften zu finden oder sich zu präsentieren, sie dienen natürlich auch dazu, wie alles im Web, Erkenntnisse über die Nutzer und kollektive Trends zu sammeln. Die größte US-amerikanische Online-Kontaktbörse OkCupid hat in diesem Sinne eine halbe Million von ersten Kontaktaufnahmen ihrer Kunden nach Worten und Ausdrücken ausgewertet. Man versichert, es mit dem Datenschutz genau genommen zu haben. Schließlich habe die Daten anonymisiert und nur wenige Worte jeweils gelesen: "No one at OkCupid has read any actual user messages, or indeed any user-written phrase longer than five words, to compile this post."

Der Test hatte das Ziel, die Worte und Ausdrücke zu finden, die am ehesten Antworten zur Folge haben, was natürlich auch eine Negativliste gibt. Gut kommt offenbar Online-Slang oder Netspeak wie "ur", "r" oder "u" nicht an. Sie erzielen nicht einmal 10 Prozent Antworten, besser wird schon auf "haha" oder "lol" mit Antwortraten über 40 Prozent reagiert – angeblich weil das Humor implizieren soll.

Auch schlechte Grammatik und viele Schreibfehler gefallen nicht. Ein bisschen Bildung soll schon sein. Geschätzt werden auch flapsige Anreden wie "hi", "hey" oder "hello", mehr Antworten gibt es, wenn man mit "how's it going" oder "what's up" beginnt. "Howdy" ist auch nicht schlecht, bei "holla" wird es hingegen schlecht enden.

Erstaunlich mag auch sein, dass Komplimente über körperliche Attraktivität anscheinend nicht wirklich anschlagen. Ganz unten steht "sexy", auch "beautiful", "hot" oder "cutie" kommen nicht an, vor allem nicht bei den Frauen. Gefragter sind zurückhaltende Wertungen wie "cool" oder "awesome". Vermutlich auch schon deswegen, weil man sich nach der ersten Kontaktaufnahme noch nicht kennt und so übertriebene Wertungen, wenn sie auch noch ins Sexuelle spielen, eher abstoßend findet.

Überhaupt kommen diejenigen, die sich zurückhaltend präsentieren und nichts überstürzen, anscheinend besser weg. Vor allem die Männer. Worte wie "awkward", "sorry", "apologize", "kinda" oder "probably" sind kontaktfördernd, man sollte aber nicht so weit gehen, "mit "please" unterwürfig zu bitten. Wer gleich damit droht, die Anonymität aufzuheben und chatten oder emailen zu beginnen, stößt auf Abwehr. Das trifft auch auf die Frage nach einer Handynummer zu. Selbst online soll es wohl ein wenig langsamer gehen.

Gut ist es, wenn man über konkrete Interessen spricht. Mit Literatur kommt man allerdings nicht weit, Computerspiele sind auch nicht so attraktiv und kommen noch hinter Physik oder Tätowierungen. Besser ist schon, von Filmen zu schreiben, Zombies zu erwähnen. Nach "Band" oder "Metal" rangiert an dritter Stelle "vegetarisch". Fleischfresser sind nicht gefragt. Und einfühlsam scheint auch zu sein, wenn man sich auf den anderen bezieht: mit "you mention", "good taste" oder "noticed that" schmeichelt man sich ein.

Vegetarisch ist schon mal gut, um Kontakte zu knüpfen. atheistisch scheint aber noch besser zu sein. Liegt die durchschnittliche Antwortrate auf beliebige Wörter oder Ausdrücke bei 32 Prozent, so findet das Vorkommen von atheistisch im Test eine Antwortrate von 42 Prozent. Gott hingegen schneidet unterdurchschnittlich ab, knapp über dem Durchschnitt liegt Jesus, ein wenig besser noch Allah. Dass Gott, Allah oder Jesus lieber außen vor bleiben sollen, ist wenig verwunderlich, wenn es um Partnersuche geht. Erwähnt man christlich, jüdisch oder muslimisch, ist das zwar ein wenig besser. Erfolgversprechend ist jedoch, atheistisch einfließen zu lassen oder sich vielleicht auch dazu zu bekennen. Dann gibt es wenigstens schon mal keine erwartbaren Probleme oder Verpflichtungen.

Wenn jetzt alle Menschen auf Kontakt- und Partnersuche die Ratschläge ernst nehmen und vor allem die Erfolgswörter und –ausdrücke verwenden, wird es echt langweilig werden.

http://www.heise.de/tp/blogs/6/145425
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