In Schweden lassen sich wenige vom schärferen Copyright-Gesetz abschrecken
Das IPRED-Gesetz hat der Piratenpartei Zulauf verschafft, aber es verpufft ohne die verpflichtende Vorratsdatenspeicherung, die es in Schweden noch nicht gibt.
Schweden hat die europäische Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung noch nicht umgesetzt, weswegen die EU-Kommission gegen Schweden Klage erheben will. Am 1. April ist aber, nicht als Aprilscherz gemeint, das IPRED-Gesetz (Intellectual Property Rights Enforcement Directive) in Umsetzung der entsprechenden [Intellectual Property Rights Enforcement Directive EU-Richtlinie] in Kraft getreten, das der schwedischen Piratenpartei enormen Zulauf verschafft hat. In Schweden wurde sei bei den Europawahlen damit die viertgrößte Partei für das EU-Parlament und konnte sich einen Sitz sichern.
Nach dem IPRED-Gesetz können Rechteinhaber per Gerichtsbeschluss Zugriff auf IP-Adressdaten von mutmaßlichen Urheberrechtssündern erlangen. Schwedische Provider haben daraufhin das Speichern von IP-Daten eingestellt da sie rechtlich nicht dazu gezwungen seien. Damit wird das IPRED-Gesetz wirkungslos, weswegen die Regierung beabsichtigt ab 2010 die Provier zu zwingen, die IP-Daten doch für en halbes Jahr zu speichern.
Dass das Gesetz nichts bewirkt hat, lässt sich an der Reaktion erkennen. Munter werden weiterhin copyrightgeschützte Dateien von den schwedischen Internetnutzern heruntergeladen, auch wenn manche vorsichtiger geworden sind. Nach einer Umfrage sagen 16 Prozent, sie hätten seit Einführung des Gesetzes aufgehört, illegale Dateien herunterzuladen. Von den 11 Prozent der Schweden, die sich bislang nicht abschrecken lassen, sagen 46 Prozent, sie würde das nicht mehr tun, sobald legale Alternativen vorhanden seien. 76 Prozent der Copyrightsünder sagen, sie hätten keine Angst, erwischt zu werden.
16 Prozent der Männer, aber nur 5 Prozent der Frauen, laden illegal Musik oder Filme aus dem Interner herunter. In der besonders Internet-affinen Generation der 15-29-Jährigen ist das weiterhin jeder vierte.
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