Home
Politik
Wissenschaft
Energie & Klima
Kultur
-Glosse
-Film
-Kinder & Familie
-Games
-Kunst
-Architektur
-[Kultur-News]
-Kulturkalender
Medien
Magazin
Anzeige
__tophits__

Die, die mit der Kamera spielen

Die rücksichtslosen und sich selbst gefährdenden Fahradfahrer

Sie küssten und sie schlugen ihn..

Google: Der Konzern, der es keinem recht machen kann

Saug heil!

Heldenverehrung

Esel, Schläger und Politikprominenz

Facebook-Nutzer sind extrovertiert, aber nicht zufrieden

__tophits__

November 2009 (22)

Oktober 2009 (37)

September 2009 (24)

August 2009 (27)

Juli 2009 (26)

Juni 2009 (17)

Mai 2009 (36)

April 2009 (32)

März 2009 (16)

Februar 2009 (13)

Kultur-News

China will gegen die Auswüchse bei der "Therapie" der Internetsucht vorgehen

Das Gesundheitsministerium spricht nun von einer "unangemessenen Internetnutzung" und will körperliche Gewalt und militärischen Drill zur Behandlung verbieten.

2008 wurde in China teilweise die "Internetsucht" als psychische Störung eingestuft, die behandelt werden muss. International wird das aber noch nicht so gehandhabt, auch wenn es Forderungen gibt, die Internetsucht als zwanghaft-impulsive Funktionsstörung in das Handbuch psychischer Erkrankungen (DSM-IV-TR) aufzunehmen. In China jedenfalls schossen "Therapieangebote" vor allem für Jugendliche aus dem Boden, sie waren bei den offenbar hilflosen Eltern nachgefragt, die ihre Kinder von der vermeintlichen Sucht befreien und ihnen damit das Verfolgen einer Karriere ermöglichen wollten. Oft handelte es sich um ziemlich fragwürdige Methoden, mit denen mit militärischem Drill, Unterwerfung, Sport und teils auch mit roher Gewalt oder Elektroschocks als Strafe den Jugendlichen der Hang zum Internet und vor allem zum Spielen ausgetrieben werden sollte. Dabei werden die Jugendlichen oft wochenlang in Camps und "Kliniken" eingesperrt.

Nachdem allerdings im Sommer bekannt wurde, dass ein 15-jähriger Junge am selben Abend, an dem ihn seine Eltern in ein Lager zur Entziehungskur gebracht hatten, an den Schlägen der "Therapeuten" gestorben war, scheint man nun im Gesundheitsministerium gegen die Auswüchse vorgehen zu wollen. Tao Ran, der die Definition der Internetsucht als psychische Störung eingeführt hat und der Direktor der ersten, zu einem militärischen Krankenhaus in Peking gehörende Klinik ist, die eine Behandlung anbot, machte deutlich, dass Internetsucht nicht durch "militärisches Training oder körperliche Strafen" behandelt werden kann.

Das Gesundheitsministerium hat den ernster klingenden Begriff der Internetsucht erst einmal offiziell durch den Begriff "unangemessene Internetnutzung" ersetzt, deren genaue Bestimmung jetzt noch nicht erfolgen könne. In neuen Richtlinien, die das Ministerium vorgestellt hat, wird gesagt, dass man bei einer Behandlung weder Gewalt anwenden noch die Freiheit einschränken oder gar destruktive Operationen vornehmen dürfe. Wer mit dem Internet unangemessen umgeht und bestimmte psychiatrische Symptome zeigt, solle sich an medizinische Institutionen für Hilfe wenden.

Offenbar will man der Verteufelung der Internet- und Spielesucht, die von den Behörden in den letzten Jahren beschworden wurden, wegen der rabiaten Methoden, aber auch, um das Internet nicht ganz schlimm darzustellen, nun ein Ende setzen. Den problematischen Internetnutzern soll nicht das Internet abgewöhnt werden, sie sollen nur einen "gesünderen" Umgang damit pflegen können. Auch Tao erklärt in den staatseigenen Medien die dann wohl offizielle Ansicht, dass die Behandlung der Internetsucht durch Gesetze und Vorschriften geregelt werden müsse, um den "chaotischen Markt" zu bändigen.

Florian Rötzer06.11.2009
Meldung drucken Meldung versenden

Kommentare lesen (10 Beiträge)
Re: Andere Länder, andere Sitten
Re: Keks? [nt] - Danke!
Keks? [nt]

 
__aktuell__

Scribblenauts

Mammutkacke

Neue Enthüllungen aus der JVA Stammheim

Die, die mit der Kamera spielen

__topforum__

WHO: Alle Impfstoffe gegen Schweinegrippe sind sicher

Die Persönlichkeit von Männern soll konsistenter als die von Frauen sein

Wenn der Taser kommt

Sinkt die CO2-Aufnahme der Meere und der terrestrischen Biosysteme?

12.000 Euro Geldstrafe für falsche Gutachten

In Bayern tobt der Kampf ums Rauchverbot

 
   
 Copyright © Heise Zeitschriften Verlag Datenschutzhinweis Mediadaten Impressum Kontakt