Hilfe von oben gegen Viren im Weihwasserbecken
Die italienischen Katholiken zeigen sich erfinderisch im Umgang mit Zeremonien zu Zeiten der Schweinegrippe
Diese Katholiken...Der Virus mit dem schweinischen Namen lauert überall und schlimmer als der Teufel scheut er auch das Weihwasser nicht. Weswegen man in Italien - wo sonst widmet man sich so bellissima voller Hingabe, heiligem Ernst, Grazie und Formbewusstsein dem katholischen Leben, auf dass es liebenswert bleibt und nicht durch die reine Lehre austrocknet? - einen Wasserspender erfunden hat, der es den Kirchgängern erlaubt, ihre Hände mit heiligem Wasser zu benetzen, ohne verseucht zu werden von neuen Influenzaviren, die nur Natur sind und damit gleichgültig gegenüber der höheren Semantik des Wassers. Das Weihwasserbecken wird in Zeiten der Schweinegrippe am besten mit einem Gitter versperrt, die Finger von oben, aus einem infrarotlichtgesteuerten Spender, beträufelt und die Messe kann beginnen. Fürchten müssen sich die traditions-und gesundheitsbewussten - immerhin zählt Italien 30 Schweinegrippetote - Kirchgänger erst wieder, wenn sie zur Kommunion schreiten.
Für den italienischen Pfarrer Pierre Angelo Mota, von der lombardischen Gemeinde Capriano Briosco, ist der Wasserspender eine gelungene Erfindung, wie BBC heute berichtet. Der Erfinder freut sich, wie das Video zur Meldung zeigt, über Anfragen aus aller Welt. Und allzumenschliche Assoziationen, die die Videoaufnahmen unfreiwillig entstehen lassen könnten, sind deplatziert, unrein, wie man das dem armen diffamierten Tier nachsagt, das als Namenspatron für die Pandemie herhalten muss..
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