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Sie küssten und sie schlugen ihn..

Das soll sich in Frankreich ändern - die körperliche Züchtigung durch Eltern soll künftig verboten werden: "Wenn man schlägt, hat man seine Autorität schon verloren"

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Sie sind spät dran. Etwas verblüfft erfährt man aus der französischen Tageszeitung Le Monde, dass die Pariser UMP-Abgeordnete Edwige Antier einen Gesetzesentwurf einbringen will, der die körperliche Züchtigung von Kindern in Frankreich verbietet. In Deutschland wurde das Züchtigungsrecht der Eltern 2000 abgeschafft. Laut § 1631 des Bürgerlichen Gesetzbuches zu "Inhalt und Grenzen der Personensorge" haben Kinder "ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig".

Wie die französische Abgeordnete in einem Interview erklärt, will sie das Gesetz gegen "La Fessée" (wörtlich Schläge auf den Hintern, umschreibt aber generell die Prügelstrafe) wie in Deutschland im Zivilrecht verankern und nicht im Code pénal, dem Strafrecht. Es gehe ihr nicht darum, jetzt die Eltern zu bestrafen, "weder sie ins Gefängnis zu schicken noch ihnen solches anzudrohen".

Antier will eine Veränderung der Mentalität. Das Gesetz soll Eltern bei der Hochzeit vorgelesen werden ("L’article serait lu aux parents lors du mariage"). Sie sollen erfahren, dass der Staat solche Strafen verbietet. Die Kinderärztin setzt darauf, dass in Frankreich ein ähnlicher Wandel stattfinden könnte wie in Schweden. Dort sollen 1979, als man die Prügelstrafe verbot, 70 Prozent der Eltern gegen das Verbot gewesen sein. Heute sind ist nach Aussagen Edwige Antiers nur mehr 10 Prozent.

"Wenn man schlägt, hat man seine Autorität schon verloren", so Antier, die seit 30 Jahren ratsuchenden Eltern in ihrer Praxis erklärt, dass auch ein "Klapps" von Zeit zu Zeit "nichts nützt":

"Ich weiß sehr gut, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der die Eltern sehr unter Druck stehen, und dass es in der Hektik leichter ist zuzuschlagen, als sich hinzusetzen und zu überlegen. Das Kind, dem man nicht mit Grenzen beikommen kann, der Kindkönig - 'L'enfant roi' - wird täglich von Patienten als Propblem erwähnt. Die meisten Eltern sind traurig, wenn sie zugeben, dass sie ihre Kinder geschlagen haben [...]. Wenn das Kind provoziert und Sie sind müde, dann ist es besser, sie praktizieren einen 'ruhigen Ausschluss': Man schickt das Kind in sein Zimmer und man erklärt ihm, dass man sich neben es setzen wird. Wenn sich beide beruhigt haben, kann man reden."

http://www.heise.de/tp/blogs/6/146573
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