k
Nachrichten aus Kultur und Medien

Subversive kommunistische Propaganda im ZDF

Wie Frank Capras Weihnachtsklassiker "It's A Wonderful Life" von einem FBI-Informanten beurteilt wurde

  • drucken
  • versenden

Am 25. Dezember um 0 Uhr 50 sendet das ZDF Frank Capras Weihnachtsfilm It's A Wonderful Life ("Ist das Leben nicht schön?"). Kurz, nachdem der Film entstand, bemängelte eine Person, deren Name in den heute öffentlichen FBI-Akten geschwärzt ist, dass der von Lionel Barrymore gespielte Banker Henry F. Potter darin sehr negativ dargestellt werde, was ein Standardtrick von Kommunisten sei.

Der unbekannten Quelle zufolge hätte es dem Film keineswegs geschadet, wenn Potters Motivation, dem von James Stewart gespielten Helden George Bailey kurzfristig auszuhelfen, nicht als Streben nach einer feindlichen Übernahme, sondern als Sorge um Vorschriften und die bei ihm an- und eingelegten Gelder dargestellt worden wäre. Er selbst, so der Informant, hätte die Geschichte keinesfalls so gestaltet, wie sie schließlich verfilmt wurde. Der möglicherweise mit der Filmproduktion verbundene Beiträger oder eine andere Person verglich den späteren Klassiker außerdem mit einem Anfang der 1930er Jahre in der Sowjetunion entstandenen Film, in dem sich ein alter Mann erhängt, weil er Geld aus einer Bank abholt und verliert.

Im Mai 1947, als diese Stellungnahmen Eingang in die FBI-Akten fanden, war It's A Wonderful Life gerade an der Kinokasse gefloppt. Erst als 1974 das Copyright auslief und amerikanische Fernsehsender den Film regelmäßig zu Weihnachten ausstrahlten, wurde er nach und nach zum Klassiker. 1993 erreichte die Rechteinhaberfirma Republic Pictures, dass er nicht mehr ohne Erlaubnis und Lizenzzahlungen verwertet werden darf, weil er selbst zwar in die Public Domain gelangte, die ihm zugrunde liegende Geschichte The Greatest Gift aber noch mit einem Copyright versehen war.

Philip Van Doren Stern, der Autor von The Greatest Gift hatte vier Jahre lang vergeblich versucht, seine Erzählung zu verwerten, bevor er das vierundzwanzigseitige Manuskript 1943 als Weihnachtsgeschenk verschickte. Angeblich erst dadurch wurden RKO darauf aufmerksam und kauften ihm schließlich die Rechte ab.

pd.jpg Vergrößern

http://www.heise.de/tp/blogs/6/146807
>
<

Darstellungsbreite ändern

Da bei großen Monitoren im Fullscreen-Modus die Zeilen teils unleserlich lang werden, können Sie hier die Breite auf das Minimum zurücksetzen. Die einmal gewählte Einstellung wird durch ein Cookie fortgesetzt, sofern Sie dieses akzeptieren.

Cover

Mensch+

Upgrade-Revolution für Homo sapiens
Das neue Telepolis-Special

Ein neuer Bundespräsident?

Wulff will aussitzen, aber die Geduld ist am Ende. Soll er endlich, aber schnell seinen Hut nehmen?

abstimmen

Humanitäre Intervention als propagandistischer Normalfall

Peter Mühlbauer 20.10.2009

Interview mit Christoph Kampmann zur Geschichte eines Phänomens

In den letzten zwanzig Jahren begannen militärische Auseinandersetzungen mehrfach als "Humanitäre Interventionen". Der Historiker Christoph Kampmann hat entdeckt, dass die für solche Eingriffe eingesetzten Argumentationen nicht erst in der Ära nach dem Kalten Krieg entstanden, sondern weitaus früher zum Einsatz kamen.

weiterlesen
bilder

seen.by


TELEPOLIS