k
Nachrichten aus Kultur und Medien

"Wir brauchen da jeden"

Bushido-Fans sollen seinen Film bei IMDB besser bewerten, um den "Hatern" gegenzuhalten

  • drucken
  • versenden

"Zeiten ändern dich" kommt bei den Kritikern nicht so gut an. Möglicherweise haben sie nicht erkannt, dass es sich bei dem Film um ein "Ereignis dritter Art" handelt, das zur Islamdebatte gehört, wie der SZ aufgefallen ist. Jenseits der verhärteten Positionen im Streit über Islam und westliche Werte zeige er einen "sozialpolitischen Glücksfall". Eine Art Rocky, der sich von niemandem und keiner sozialen Realität aufhalten lässt, um sich seinen Traum zu erfüllen und dabei sich selbst zähmt. Sein Zusichfinden geschieht über die Art, wie wir leben und denken, also ganz im Einklang mit der westlichen Kultur. Das sei bemerkenswert, denn der Film zeige so eine "bequemere Version der Integration", die sonst kaum gewürdigt wird. Von Seehofer vielleicht abgesehen (vgl. Unfassbar: Bushido soll CSU-Hymne singen). Der Film, so der SZ-Kritiker, sei ein "neunzigminütiges Lehrstück in Sachen Autopädagogik".

Möglicherweise liegen die schlechten Noten, die der Bushido-Film aber überall sonst kassiert daran, dass die Kritiker "keine wirklichen Filmfreunde" sind, wie im Forum von King Bushido unterstellt wird, sondern eben nur "engstirnige Reporter". Es seien viele "Hater" unterwegs, dem müsse man gegenhalten - auf der IMDb-Seite von "Zeiten ändern dich". IMDb sei die wichtigste Seite im Netz für Filmbewertungen. Man könne sich auf die Qualität der Bewertungen verlassen, weil so viele Menschen die Filme bewerten: bei der Masse an Menschen könne das Endergebnis kaum verfälscht werden.

Bislang sind die 44 Bewertungen für "Zeiten ändern dich" nicht so gut, das mag an der mangelnden Masse liegen. Weswegen im Fan-Forum dazu aufgerufen wird, sich auf der IMDB-Seite anzumelden und eine positive Bewertung abzugeben. Das widerspricht zwar dem oben genannten Qualitätspostulat, wonach das Ergebnis nicht verfälscht werden kann, aber die Wahrheit, zu der die Masse erst finden muss, steht, wie man weiß, bei Kulten immer schon fest:

"Das ist wirklich wichtig, damit auch die Leute die vielleicht irgendwo in Zeitschriften etc. keine gute Bewertung gelesen haben bei IMDB die Meinung der wirklichen Filmfreunde zu Gesicht bekommen.[...] das ist ganz wichtig, macht das, wir brauchen da jeden."

http://www.heise.de/tp/blogs/6/147032
>
<

Darstellungsbreite ändern

Da bei großen Monitoren im Fullscreen-Modus die Zeilen teils unleserlich lang werden, können Sie hier die Breite auf das Minimum zurücksetzen. Die einmal gewählte Einstellung wird durch ein Cookie fortgesetzt, sofern Sie dieses akzeptieren.

Cover

Mensch+

Upgrade-Revolution für Homo sapiens
Das neue Telepolis-Special

Ein neuer Bundespräsident?

Wulff will aussitzen, aber die Geduld ist am Ende. Soll er endlich, aber schnell seinen Hut nehmen?

abstimmen

Humanitäre Intervention als propagandistischer Normalfall

Peter Mühlbauer 20.10.2009

Interview mit Christoph Kampmann zur Geschichte eines Phänomens

In den letzten zwanzig Jahren begannen militärische Auseinandersetzungen mehrfach als "Humanitäre Interventionen". Der Historiker Christoph Kampmann hat entdeckt, dass die für solche Eingriffe eingesetzten Argumentationen nicht erst in der Ära nach dem Kalten Krieg entstanden, sondern weitaus früher zum Einsatz kamen.

weiterlesen
bilder

seen.by


TELEPOLIS