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Nachrichten aus Kultur und Medien

Taliban verlangen mehr Pressefreiheit

Nachdem afghanische Behörden die Berichterstattung von Kämpfen eingeschränkt haben, protestieren nicht nur US-Vertreter

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Die Streiter für das Menschenrecht auf Meinungs-und Pressefreiheit haben einen neuen Verbündeten gewonnen: die Taliban. Am Dienstag verkündete die afghanische Regierung ein Verbot, das die Berichterstattung von Kämpfen mit Taliban deutlich einschränkte (siehe Neuanfang in Mardscha?). Vor allem Fernsehjournalisten galt die Anweisung des Nationalen Sicherheitsdirektoriums; sie wurden gewarnt, dass sie künftig verhaftet würden, wenn sie Film- oder Videoaufnahmen von einem Talibananschlag machen würden.

Die ablehnende Reaktion aus Washington - aus dem Mund des Spezialemissärs für Afghanistan, Richard Holbrooke: "It is pretty obvious that we support a free press. We don't like restrictions on the press" - gehört zum üblichen Verfahren (Karzai soll schon Einlenken signalisiert haben). Neu ist dagegen der Einsatz der Taliban für bessere Bildberichterstattung, gegen Zensur und für die Meinungs-und Pressefreiheit. Diese Werte machte Talibansprecher Yousuf Ahmadi in seiner Reaktion auf die Anweisung der afghanischen Behörde am Mittwoch geltend:

"This totally undermines freedom of the press and expression and cannot be justified by any means."

Seine Gruppe respektiere, so Ahmadi, "alle freien und unabhängigen Medien und unterstützen ihre Rechte. Das Verbot, das sich die Arbeit freier Medien richte, bedeute ganz offensichtlich, dass die Regierung "Fehler verbergen" wolle, wird Ahmadi vom englischsprachigen iranischen Sender PressTV zitiert:

"We invite them to cover all our activities against the invaders. Imposing a ban on free media means the government is trying to cover its failures. They have failed... and are trying to hide that."

Auch westliche Nachrichtenagenturen berichten vom Einsatz der Taliban für die Pressefreiheit, der wie das Zitat andeutet, nicht uneigennützig ist, da die Guerillas in den Aufnahmen, die nun verboten wurden, häufig besser zur Geltung kommen als der große Goliath der Kabuler Truppen samt US-Verstärkung (und nicht ausgeschlossen, dass manche Aufnahmen von nahestehenden Publikationsorganen verbreitet werden). Ob die neuen Richtlinien der Taliban bedeuten, dass sie nun, anders als in der Vergangenheit, generell für freie Bilder (Kino?) und freie Presse eintreten, bleibt ungewiss. Wir warten einstweilen noch darauf, dass sie sich den "Reporter ohne Grenzen" anschließen.

http://www.heise.de/tp/blogs/6/147190
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