Second Life noch keine Geisterstadt
Die virtuelle Welt könnte ihren Tiefpunkt durchschritten haben, 2009 sollen die Umsätze in echten US-Dollars wieder gewachsen sein.
Der Hype um Second Life ist schon einige Jahre her, die Versprechen - auch auf schnelles Geld - haben sich nicht eingelöst (The "New" New Economy in Second Life?. Seitdem ist es ruhiger um die zweite Welt geworden, manche sahen schon nur noch Geisterstädte, während der Tross weiter gezogen sei in Richtung der Social-Networking-Websites, die zweifellos weniger Mühe verlangen und schnell Kommunikation erzeugen.
Gegen Facebook und Co. sind die Besucherströme von Second Life tatsächlich weit zurückgefallen. In den letzten 7 Tagen haben sich gerade einmal weltweit 620.000 Menschen, in den letzten 30 Tagen ein wenig mehr als 1 Million in die Simulationswelt begeben, die noch eine große Baustelle ist und dies auch im Unterschied zu den anderen Angeboten sein will.
Trotz der wenigen Benutzer hat sich der wirtschaftliche Umsatz der Second-Life-Bewohner im Krisenjahr 2009 nach dem Durchschreiten eines absoluten Tiefpunkts seit 2006 wieder ein wenig gesteigert. In dem Jahr flossen zwischen den Benutzern 567 Millionen echte US-Dollar, 65 Prozent mehr als 2008, allerdings weitaus weniger als noch in den Boomjahren 2006 und 2007 - in zweiten Quartal 2007 gab es einen tiefen Einbruch, von dem sich Second Life noch nicht wirklich erholt hat. 55 Millionen US-Dollar holten sich die Benutzer 2009 heraus, indem sie das Geld auf PayPal-Konten überwiesen. Gekauft werden in Second Land vor allem Land und "Materialien", um darauf zu bauen, woran der Betreiber Linden Lab verdient. Alles, was die Benutzer selbst erzeugen, gehört nicht nur ihnen, sie haben auch das Copyright und können so ihre virtuellen Erzeugnisse anderen Bewohnern anbieten.
Im Februar setzten die Bewohner fast 27 Millionen L$ um, meist fließt nur wenig virtuelles Geld, also 1 L$ oder 2-19 l$, größere Summen sind eher selten. 250 L$ werden normalerweise in einen US-Dollar umgetauscht. Aber es gibt auch, wie die Washington Post berichtet, 50 Firmen in Second Life, die letztes Jahr immerhin schon 100.000 US-Dollar und mehr verdient haben. Verdient wird am Verkauf von Avataren, Kleidung, Schmuck Schuhen, Möbel, Häuser, Swimmingpools, Autos, Animationen und allem möglichem Schnickschnack. Allerdings scheint man vor allem mit Grundstücken Geschäfte zu machen. So werden von manchen Bewohnern Inseln oder Land gekauft, aufgeteilt und verpachtet. Die 25 Topverdiener sind meist solche Landbesitzer, die allein 12 Millionen US-Dollar verdient haben.
Auffällig ist, dass im nördlichen Winter mehr Menschen Second Life aufsuchen und auch die Umsätze steigen, während es im Sommer immer nach unten geht ...
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