Sportfreunde, stiller!
Fleischgewordene Vuvuzelas: Bushido und Bonfire drohen, das deutsche WM-Team entscheidend zu schwächen
Bushido, für die BILD-"Zeitung" immer noch ein "Skandalrapper", in Wahrheit Zehlendorfer Vorstandspießer und Horst-Seehofer-Freund mit den üblichen Macho-Posen des White-Trash, leistet sich zum Auftakt der Fußball-WM eine neue Geschmacklosigkeit: Als wäre das nervige Getröte der Vuvuzela genannten, in China gefertigten Plastikröhren nicht scheußlich genug, musste Bushido jetzt auch noch gemeinsam mit Kay One einen WM-Song veröffentlichen, und schwenkt damit endgültig auf die Spuren von Roberto Blanco und Udo Jürgens ein - und damit in die Herzen Millionen deutscher Omas.
Trotzdem avancierte "Fackeln im Wind" flugs auch zum "Kabinen-Hit" "unserer WM-Stars". Nicht, dass man von der Generation Playstation um Poldi, Schweini & Co irgendwelchen Musik-Geschmack erwartet hätte, aber mit seinen einfältigen schlechten Reimen - Wir holn uns den Pokal/ und das zum vierten Mal/ Südafrika wir kommen/ und hier gibts nichts umsonst/ und Deutschland kämpft/ auch das Landfieber brennt" - unterbietet Macho-Würstchen Bushido, der schon mit seinem Film "Zeiten ändern Dich" gnadenlos auch nicht zuletzt bei den eigenen Fans gescheitert war, einmal mehr das eigene Niveau, erreicht eine neue Stufe seines Abstiegs, und scheint jetzt allmählich bereit, wie von seinen Freund Hotte Seehofer angeregt, die neue Parteihymne der CSU schreiben. Danach wird es dann gewiß eine Neukomposition der Nationalhymne folgen:
"hey yo Deutschland/ holt die Fahnen raus/ Sie hängn vom Balkon/ am Gartenhaus, an 1000 Fenstern, an Autofenstern, der Kühlerhaube, auf dem Benz-Mann/ auf dem Lenkrad Schwarz-Rot-Gold."
Damit trifft Bushido genau, was die bundesdeutsche Mehrheit sonst als White-Trash verachtet, zu WM- und EM-Zeiten aber mal als expressive Form der deutschen Gemütlichkeit herauslassen darf. Offenbar hat der Stuttgarter Edelreservist Sami Khedira angeregt, den Song in die deutsche Kabine zu bringen: "Das wird der Song für uns".
Bevor jetzt einige Herren der nationalen Front auf die naheliegende Idee kommen, Bushido, Khedira und Cacau seien vielleicht auch nur eine Rache der Orientalen, um die deutsche WM-Mannschaft zu schwächen, muss bei dieser Gelegenheit auch noch auf die Mantafahrer von der Ingolstädter Soft-Rock-Band "Bonfire" verweisen. Sie haben ihre Version der deutschen Nationalhymne veröffentlicht und damit auch mal wieder einen Hit in den Charts. Von der "Melodie aus dem Jahre 1796" (Pressemitteilung) ist da zwar wenig übrig, und viel wert zu sein scheint das Ganze auch nicht: "Bei Saturn gibt es die Maxi-CD von Bonfire mit vier Rock Versionen der Nationalhymne ab sofort für 3,99 EUR - und solange der Vorrat reicht, bekommen Kunden kostenlos eine Fahne in Schwarz-Rot-Gold fürs Auto dazu" - so die entsprechende Werbung im Tschibo-Stil.
Wenn die Deutschen heute Abend von Bushido und Bonfire angeregt, bei der Hymne auch noch alle mitsingen sollten, steht einer ungünstigen WM dann leider nichts mehr im Wege - zur Erinnerung: 1954 sang die Nationalmannschaft so wenig wie 1974. Statt "54, 74, 90, 2010" also vielleicht eher "78, 94, 98, 2010?"
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